Kapitalmärkte aktuell – Juli 2016

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Kapitalmärkte aktuell – Juli 2016

Kapitalmärkte aktuell – Juli 2016

Aktien

Seit April bis heute haben sich die Börsen seitwärts bewegt. Innerhalb der Seitwärtsbewegung haben US Aktien am besten abgeschnitten. Diese befinden sich, trotz Brexit Turbulenzen, bereits wieder am oberen Ende der Seitwärtsphase. Europäische Aktien schneiden dagegen deutlich schlechter ab und befinden sich eher am unteren Ende dieser Seitwärtsphase. Der Dax bewegt sich seit April in der Spanne zwischen 9.200 und 10.500.

Historisch betrachtet sind EU Aktien zu US Aktien sehr günstig. Auch Aktien aus den Schwellenländern haben sich seitwärts bewegt.

Geldpolitik

Aufgrund der neuen wirtschaftlichen Risiken durch einen voraussichtlichen Brexit äußert sich die amerikanische Notenbank sehr zurückhaltend. Laut aktuellen Umfragen (29.06.) erwartet der Markt keinen neuen Zinsschritt in den USA vor Januar 2018!

Die Europäische Zentral Bank sowie die Bank of England haben aktuell keine Zinsmaßnahmen angekündigt. Die beiden Institute dürften zunächst als höchste Priorität das umfangreiche Bereitstellen von Liquidität haben. Mark Carney der Leiter der BoE hat angekündigt sich mit umfangreichen Maßnahmen (303 Mrd. EUR) gegen einen Absturz der Märkte und des britischen Pfund zu stemmen. Schon im Voraus hatte sich der Notenbanker auf den Fall der Fälle vorbereitet und sich mit anderen führenden Währungshütern rund um den Globus abgesprochen.

Währungen

Nach einer Seitwärtsphase seit April hat der Euro im Verhältnis zum USD durch die politischen Ungewissheiten rund um den Brexit in der Spitze 5% verloren. In den letzten Tagen konnte dieser sich wieder etwas erholen und steht nun mit ca. 1,11€ je USD knapp 3% tiefer als Anfang April.

Das britische Pfund hat gegenüber dem USD durch den Brexit 12% an Wert verloren.

Nutznießer war der US Dollar, der in diesem Umfeld Stärke zeigt.

Der japanische Yen war sehr stark gegenüber dem US Dollar und hat ca. 7% aufgewertet.

Rohstoffe

Bei Rohstoffen hat eine Trendumkehr stattgefunden. Rohöl hat sich weiter erholt und steht aktuell bei ca. 50 USD ein Plus von 25% zum April. Auch die meisten Industriemetalle haben einen Boden ausgebildet.

Gold / Silber

Gold und Silber konnten ebenfalls von den Unsicherheiten an den Märkten profitieren. Auch hier kann man von einer nachhaltigen Trendumkehr sprechen. Gold steht bei ca. 1.300 USD je Unze ein Plus von ca. 8% seit April. Silber steht bei 18,50 USD je Unze das sogar ein Plus seit April von ca. 18%.

Anleihen / Zinsen

Auch Anleihen haben im letzten Quartal sehr starke Zuflüsse erlebt. Mittlerweile sind Investoren bereit Negativzinsen in Kauf zu nehmen um Ihr Geld sicher zu parken. Die Umlaufrendite, das ist die Rendite aller festverzinslichen Wertpapiere erster Bonität mit einer Restlaufzeit von 3 bis 30 Jahren (also vor allem Staatsanleihen) die sich aktuell in Deutschland im Umlauf befinden, ist in diesem Quartal erstmals unter Null gefallen. Am 29.06. befand sich diese bei -0,23%. Hatten im letzten Jahr vorwiegend kürzer laufende Papiere negative Renditen, sind mittlerweile alle deutschen Staatsanleihen mit einer Laufzeit bis zu 10 Jahren im negativen Bereich. Wenn es so weiter geht, ist es nur eine Frage der Zeit bis erste Banken Negativzinsen für größere Guthaben erheben.

Weiteres / Ausblick

Der Brexit hat die Märkte (und auch die Öffentlichkeit) geschockt. Jedoch hat nach dem ersten Initialschock auch schnell eine Erholung begonnen. Zumindest in den USA sind die Börsen fast wieder beim ursprünglichen Stand vor letzten Freitag. In Deutschland und Europa ist etwa die Hälfte der Abwärtsbewegung wieder aufgeholt. Man muss sich darauf einstellen, dass das kommende Quartal so schwankungsreich weitergeht.

 

Vor dem Brexit waren die meisten konjunkturellen Indikatoren in Deutschland, Europa und auch in den USA recht stabil bis positiv. Die meisten Institutionen gehen bei einem tatsächlichen Austritt Großbritanniens von negativen Auswirkungen für die Engländer in erster Linie aber auch für Europa und die Weltkonjunktur aus.

Für Deutschland hatte der Internationale Währungsfonds zuletzt die Wachstumsprognose sogar von 1,6 auf 1,7% für 2016 erhöht. Jetzt wurde angekündigt diese Zahl im Hinblick auf den Brexit in den kommenden Wochen nach unten anzupassen. Einige Experten haben hier Meinungen um ca. 0,50% Rückgang geäußert.

 

Wie die realen Auswirkungen für die Wirtschaft aussehen, hängt davon ab wie es konkret weitergeht mit dem Brexit. Alle Szenarien sind denkbar.

Die Maßnahmen der Notenbanken werden sich gegen einen konjunkturellen Absturz stellen und damit auch Aktien stützen.

Neben diesem Thema wird in den nächsten 2 Quartalen der US Wahlkampf die Medien dominieren, in dem eine weitere brisante Entscheidung ansteht.

 

Die Meinungen sowie die Ausrichtungen unter den deutschen Vermögensverwaltern sind ungefähr ausgeglichen. Einige großen Verwalter haben die Kurseinbrüche nach dem Brexit als günstige Nachkaufgelegenheiten genutzt, einige Verwalter sind eher defensiv aufgestellt und warten ab.

 

Eine Abschaffung der 500€ Banknote wurde beschlossen. Eine Umsetzung erfolgt bis „gegen Ende 2018“.

 

Alles in allem wird es also auch in Zukunft nicht langweilig. In solch turbulenten Zeiten ist meist die beste Handlungsempfehlung – Ruhe bewahren und weiter beobachten.

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By | 2018-01-27T10:23:19+00:00 Juli 1st, 2016|Blog, Märkte|0 Comments

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