Kapitalmärkte aktuell – Oktober 2016

Aktien

Nach dem Brexit Schock konnten sich die Aktienmärkte im 3. Quartal weiter erholen.

Während die großen US Indizes an historischen Höchstmarken stehen, hinken Japan, Europa und Deutschland noch deutlich hinterher. Hier besteht nach wie vor Aufholpotential. Der DAX liegt immer noch 20% hinter seinem Höchststand aus 2015. Auch Aktien aus den Emerging Markets konnten sich weiter positiv entwickeln.

DAX S&P 500

Geldpolitik

Die US Notenbank hält sich weiter mit Zinserhöhungen zurück (am Jahresanfang kündigte die FED noch 4 Zinsschritte für 2016 an). Der Leitzins bleibt weiter in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,50%. Jedoch wird eine moderate Anhebung für Dezember wahrscheinlicher, sollten sich die Wirtschaftsdaten in Richtung der Zielvorgaben der FED bewegen.

Die europäische Zentralbank hat auf ihrer letzten Sitzung keine weiteren Erhöhungen oder Verlängerungen der Gelddruck Prozesse angekündigt.

Eine Veränderung ihrer Geldpolitik kündigte die japanische Notenbank an. Der zeitliche Zielkorridor innerhalb von 2 Jahren ein Inflationsziel von 2% zu erreichen wurde aufgeweicht.

Sie wird die expansive Geldpolitik so lange aufrechterhalten bis die 2% erreicht sind. Auch erlaubt sie sich eine Überschreitung dieses Ziels. Die Notenbank wird zukünftig aktiv auf die Zinskurve einwirken und kauft auch Aktien auf. Alle Maßnahmen sprechen für eine bleibende expansive Geldpolitik.

Insgesamt bleibt die Geldpolitik global expansiv.

Währungen

Im Währungsbereich gab es wenig Bewegung im vergangenen Quartal.

Der Euro im Verhältnis zum US Dollar bewegt sich in 2016 nach wie vor in einer engen Seitwärtsspanne zwischen 1,10 und 1,16 Euro.

Das britische Pfund zum US Dollar bleibt nach dem Brexit schwach zwischen 1,30 und 1,35 Pfund.

Nutznießer war der US Dollar, der in diesem Umfeld Stärke zeigt.

Der japanische Yen zum US Dollar hält sich stark zwischen 0,95 und 1,00 Yen.

Rohstoffe

Nach den starken Anstiegen in den ersten beiden Quartalen 2016, gab es sowohl bei Öl und Gas als auch bei Industriemetallen eine Seitwärtsbewegung. Nach 8 Jahren haben die OPEC Länder sich nun erstmals auf eine Reduzierung der Ölfördermenge verständigt. Dies sollte den Ölpreis weiter stützen.

Gold / Silber

Auch Gold und Silber haben sich nach dem starken Anstieg aus dem ersten Halbjahr seitwärts bzw. leicht negativ entwickelt.

Anleihen / Zinsen

Die Zinsen bleiben historisch niedrig. Die Umlaufrendite, das ist die Rendite aller im Umlauf befindlichen öffentlichen Anleihen, ist nach wie vor negativ und beträgt -0,27%.

Die Anleihenkurse sowohl von US Staatsanleihen als auch von europäischen Anleihen haben im vergangenen Quartal etwas nachgegeben. Anleger mussten also leichte Kursverluste hinnehmen.

Weiter positiv entwickeln konnten sich Schwellenländerstaatsanleihen. Der Trend der zunehmenden Kapitalzuflüsse in diesen Bereich hält seit Jahresbeginn an.

Weiteres / Ausblick

Die globalen Wirtschaftsdaten sind weiter durchwachsen, was gegen einen starken Wirtschaftsaufschwung spricht. Zahlen aus China waren zuletzt etwas besser als erwartet. Auf der anderen Seite stehen die Notenbanken mit einer expansiven Geldpolitik und wenn nötig dies auch längerfristiger.

Dies führt weiter zu einer Pattsituation an den Märkten. Sowohl eine weiterer liquiditätsgetriebener Anstieg der Aktienmärkte ist denkbar, als auch eine temporäre Korrektur aufgrund der nicht überzeugenden Zahlen.

 

Orientiert man sich am Jahreszyklus, verläuft das 4. Quartal meist positiv.

Sparer müssen sich mittel bis langfristig auf Negativzinsen bei festverzinslichen Anlagen einstellen. Es ist wahrscheinlich, dass der Negativzins bald auch für Bankguthaben von Privatkunden weitergeben wird. In der Schweiz ist dies bereits seit über einem Jahr die Realität.

 

Betrachtet man die Dividendenrendite sowie Kurs-/Gewinnverhältnisse als kaufmännische Größe, weisen Aktien aus den Schwellenländern das beste Chance-/Risiko Verhältnis auf. Auch Aktien aus Europa, insbesondere Deutschland, erscheinen attraktiv, da hier noch Aufholpotential gegenüber den US Märkten besteht. Auch die letzten Wirtschaftsindikatoren waren positiv.

So weist der IFO Index den höchsten Wert (109,5 nach zuvor 106,3 Punkten) seit Mai 2014 aus.

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