Kapitalmärkte aktuell – April 2017

Aktien

Die Aktienmärkte konnten im vergangenen Quartal weiter kräftig zulegen. Das gilt sowohl für die USA (S&P 500 +4,8%) und Europa (EuroStoxx50 +6,3%, DAX +6%) als auch die Emerging Markets (MSCI Emerging Markets +10,3%)

Geldpolitik

Starke Wirtschaftszahlen aus den USA veranlassen die US Notenbank zu weiteren Zinsschritten nach oben. Bei der letzten Zinssitzung der Federal Reserve Mitte März wurde der Leitzins um weitere 0,25% erhöht und liegt nun zwischen 0,75% und 1%. Zwei weitere Erhöhungen im Laufe des Jahres gelten als sehr wahrscheinlich.

Die europäische Zentralbank (EZB) wartet weiter ab. Ein Ziel der EZB, eine Inflation von 2% zu erzeugen, schien zunächst erreicht. Nach 2% im Februar sank die Inflation jedoch wieder auf 1,5%. Die EZB hält daher zunächst an Ihrer expansiven Geldpolitik fest und wartet eine weitere Stabilisierung der Inflation ab.

Grund für die wieder gefallene Inflation dürfte der kräftig nachgegebene Ölpreis sein. Sollte sich die Inflation zukünftig stabilisieren, müsste die EZB zunächst ihr Anleihen-Aufkaufprogramm reduzieren und auslaufen lassen bevor erste Zinserhöhungen denkbar sind.

Währungen

Yen und Euro werten im vergangenen Quartal gegenüber dem US Dollar etwas auf, was als Normalisierung der starken Dollaraufwertung des vorangegangenen Quartals betrachtet werden kann. Der Euro steht bei 1,07 US$ (+1,9%) der Yen bei 0,90 US$ (+4,7%)

Das britische Pfund hat sich Seitwärts entwickelt und es gab keine signifikante Veränderung zum US Dollar (1,25 US$).

Rohstoffe

Rohstoffe und allen voran der Ölpreis ist im vergangenen Quartal um ca. 10% gefallen. Als Gründe werden hohe Rohöllagerbestände in den USA und den OECD Ländern genannt. Die OPEC Produktionskürzungen konnten sich bisher nicht auf die Lagerbestände auswirken auch weil die Schieferölunternehmen in den USA wieder verstärkt an den Markt zurückdrängen.

Gold / Silber

Gold und Silber sind seit Jahresbeginn deutlich gestiegen. Gold notiert bei 1250 US$ (+7,8%) und Silber bei 18 US$ (+12,5%).

Anleihen / Zinsen

Die Kurse von Anleihen haben sich im ersten Quartal unter starken Schwankungen seitwärts entwickelt.

Weiteres / Ausblick

Positive Konjunkturaussichten treffen politische Unsicherheiten.

Die wirtschaftlichen Konjunkturzahlen im ersten Quartal fallen sehr positiv aus. Die US Arbeitslosenquote ist weiter auf 4,70% gefallen. Der Markit-Einkaufsmanagerindex für den Service-Bereich sowie das verarbeitende Gewerbe in den USA notiert nach leichtem Rückgang im März nach wie vor komfortabel im Bereich der für eine Expansion der Wirtschaft steht.

Noch besser sehen die Zahlen für Europa aus. Der Markit Composite PMI, also der Einkaufsmanagerindex für die gesamte Privatwirtschaft der Euro Zone steht so hoch wie seit 6 Jahren nicht mehr.

Beim deutschen Einkaufsmanagerindex, dem Markit Manufacturing PMI, ist es sogar ein 71 Monatshoch.

Auch der ifo Geschäftsklimaindex konnte erneut auf 112,3 Punkte steigen und hat damit alle Erwartungen übertroffen.

ifo index

Neben diesen sehr positiven Konjunkturaussichten, stehen auf der anderen Seite weiter politische Unsicherheiten bzgl. der anstehenden Wahlen in Europa sowie die Unsicherheit, ob die vollmundig angekündigten Konjunkturpakete und Steuererleichterungen von Donald Trump auch in die Tat umgesetzt werden und ihre gewünschte Wirkung zeigen.

 

In unserem „Informationszeitalter 2.0“ sind die Märkte äußerst effizient geworden. Das bedeutet alle oben aufgeführten, positiven Werte sind in den aktuellen Marktkursen bereits eingepreist. Es gibt also eine hohe Wahrscheinlichkeit für negative Überraschungen und Enttäuschungen im weiteren Jahresverlauf, was zur Jahreszyklik passen würde. Meist folgen nach starken Kursanstiegen zu Beginn eines Jahres Kurskorrekturen im Sommer bis Herbst.

DANKE FÜRS TEILEN