Kapitalmärkte aktuell – April 2018

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Kapitalmärkte aktuell – April 2018

Kapitalmärkte aktuell – April 2018

Aktien

Das Jahr 2018 hat mit einem Rücksetzer an den globalen Aktienmärkten begonnen. Anfang Februar haben die Kurse stark nachgegeben. Nach dem vorangegangenen starken Anstieg, der fast 2 Jahre gedauert hat und ohne Zwischenkorrektur verlaufen ist, ist der aktuelle Rückgang als gesunde, natürliche Reaktion zu sehen.

Verglichen mit dem Jahresstart liegen die Märkte gerade wie folgt im Minus:

amerikanische S&P 500          ca. -2%

MSCI Emerging Markets         unverändert, 0%

EuroStoxx50                           ca. -6%

DAX                                         ca. -7%

Bezogen auf den erreichten Höchstkurs liegen die Märkte gerade wie folgt im Minus:

amerikanische S&P 500          ca. -7,5%

MSCI Emerging Markets         ca. -8%

EuroStoxx50                           ca. -11%

DAX                                         ca. -10%

Geldpolitik

Die EZB belässt den Leitzins bei 0% inklusive 0,40% Strafzinsen für Banken, die ihr Geld dort parken möchten. Das Anleihenankaufprogramm von Staats- und Unternehmensanleihen läuft mit verminderten 30 Mrd. Euro monatlich (nach zuvor 60 Mrd. Euro) noch bis Ende September 2018. Ein Ende der expansiven Geldpolitik ist also in Aussicht.

Einen ersten Zinsanstieg wird die Notenbank von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung sowie dem Inflationsverlauf abhängig machen.

Aktuell wird die Wahrscheinlichkeit als sehr hoch eingeschätzt, dass der aktuelle Bundesbank-Präsident Jens Weidmann in der Wahl 2019 Mario Draghi als EZB Präsident nachfolgen könnte.

Weidmann gilt als Gegner der expansiven Geldpolitik. Dies könnte zukünftig zu einer strafferen Linie der EZB führen.

Die FED hat am 21. März die amerikanischen Leitzinsen zum sechsten Mal seit der Finanzkrise um 0,25% erhöht. Die neue Leitzinsspanne liegt nun bei 1,50-1,75%.

Die FED möchte den Straffungskurs weiter fortfahren und es wird mit insgesamt 3 Zinserhöhungen in diesem Jahr gerechnet.

Anleihen / Zinsen

Zu Beginn des Jahres konnten die Zinsen weiter ansteigen. Mit dem Aktienmarktrückgang im Februar sind auch die Zinsen wieder etwas gefallen. Unter dem Strich steht jedoch ein Plus in diesem Jahr. 10 jährige US Staatsanleihen liegen aktuell bei ca. 2,75% Zins.

Umgekehrt sind die Anleihenkurse zum Jahresbeginn gefallen und konnten sich seit Februar etwas stabilisieren. 10 jährige US Staatsanleihen sind seit Jahresstart ca. 2,5% im Minus.

Der deutsche Bund Future (fiktive 10 jährige Bundesanleihe mit 6% Zins) hat im Kurs seit Jahresbeginn 1,2% nachgegeben auf 159,36 Euro. Das bedeutet, der Zins ist leicht gestiegen.

Inflation

Aktuell gibt es von Inflationsseite noch keinen Handlungsbedarf für die Notenbanken. Die Inflationsrate im Euroraum ist sogar weiter gefallen, auf 1,2 Prozent, was den niedrigsten Stand seit Dezember 2016 darstellt.

Das ist immer noch deutlich vom Inflationsziel der EZB von 2% entfernt.

In den USA ist die Inflation gestiegen. Von 2,1% im Januar auf 2,2% im Februar.

Währungen

Der Euro konnte sich gegenüber dem USD weiter behaupten. Er ist seit Jahresanfang von 1,21 USD auf 1,24 USD gestiegen (+2,50%).

Rohstoffe

Öl und Gas konnten unter starken Schwankungen im ersten Quartal etwas zulegen. Rohöl stieg um ca. 5,6%.

Dafür haben die Kurse für Industriemetalle mit dem Aktienmarktrückgang stark nachgegeben. Zum Beispiel liegt der Kurs von Kuper ca. 7% unter dem Jahresanfangskurs.

Gold / Silber

Auch bei Gold und Silber gab es starke Schwankungen im ersten Quartal.

Gold liegt aktuell seit Jahresstart mit ca. 1,5% im Plus. Silber dagegen mit ca. 4% im Minus.

Da beide Werte in USD notieren, ist die reale Entwicklung in Euro negativ. Dies liegt an dem gestiegenen Euro im ersten Quartal.

Weiteres / Ausblick

Die Arbeitslosenquoten in den größeren Volkswirtschaften sinken weiter, und trotz zum Teil bereits äußerst niedriger Niveaus, entstehen weiterhin neue Arbeitsplätze.

Auch bei Unternehmern ist die Stimmung gut. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, die Frühindikatoren liegen auf hohen Niveaus, und all das wird von soliden Konjunkturdaten gestützt. Im vergangenen Jahr war ein starkes weltweites Wachstum zu verzeichnen (+3,7 %). Die industrielle Produktion zog allerorten an, die Kapitalnutzung nimmt stetig zu, und der Investitionszyklus beginnt Form anzunehmen. All das schlägt sich in höheren Unternehmensgewinnen nieder.

In diesem positiven Umfeld deuten einige Daten jedoch auf gewisse Ermüdungserscheinungen hin. Bislang gibt es noch keinen Grund zur Sorge, aber das zeigt, dass sich der Konjunkturzyklus im Laufe der Zeit verändert. Er befindet sich nun in seiner späten Phase und wird anfälliger.

Die Situation ist in den USA und in Europa ähnlich. Auf der Grundlage solider Daten wurden die Prognosen für das Wirtschaftswachstum der Jahre 2018 und 2019 nach oben korrigiert. China gibt wie geplant etwas nach. Nach Aussagen der Regierung dürfte das Wachstum in diesem Jahr bei etwa 6,5 % liegen. Schließlich ist Japan sich treu geblieben und verharrt auf einem schwachen, aber stabilen Niveau.

Grund für Ermüdungserscheinungen einiger Indikatoren dürfte die Sorge um einen weltweiten Wirtschafts- und Handelskrieg zwischen den USA, China, Europa und Russland sein.

Nach Äußerungen von Trump zu Importzöllen Richtung Europa, bezogen auf Stahl- und Automobilimporte, ist dieser zunächst zurückgerudert.

Jedoch hat er Zölle gegenüber China auf Stahl- und Aluminiumimporte umgesetzt.

Daraufhin hat China reagiert und 128 US Produkte mit Zöllen zwischen 15 und 25% belegt.

Donald Trump ist nicht berechenbar, was weitere Maßnahmen Richtung Protektionismus angeht. Ein größerer Handelskrieg könnte die Weltwirtschaft abkühlen. Somit bleibt diese politische Unsicherheit aktuell das größte Risiko für die Märkte.

Besonders Deutschland als klassische Exportnation würde von Importzöllen getroffen.

Kapitalmärkte April 2018

Auch die weiteren Entscheidungen der Notenbanken spielen eine große Rolle für die Märkte. Sollten die Wirtschaftszahlen weiter sinken und die Notenbanken ihre Straffungsmaßnahmen reduzieren, könnte dies eine positive Auswirkung auf die Märkte haben.

Sollte die Inflation, wie von einigen Ökonomen vermutet, weiter steigen, würden die Notenbanken wohl mit ihrem Straffungskurs fortfahren, was bremsende Wirkung auf die Weltkonjunktur hätte.

In Europa stellt ein weiteres Risiko die politische Situation in Italien dar. Sollten den populistischen Parteien eine Koalitionsbildung gelingen, könnte dies eine neue europäische Krise auslösen.

Aktuell gibt es also neben starken Zahlen auch potenzielle „Brandherde“ sowie negative Nachrichten rund um die Märkte.

Diese sind jedoch bereits durch den Kursrückgang eingepreist.

Kommt es dann doch nicht so schlimm, könnte das zur Fortführung des Aufwärtstrends an den Aktienmärkten führen.

Die Wirtschaftszahlen sind nach wie vor stark und sollten weiter unterstützend für die Aktienmärkte wirken.

In den USA unterstützen massive Aktienrückkaufprogramme der Unternehmen die Kurse.

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By | 2018-04-04T18:54:21+00:00 April 4th, 2018|Blog, Märkte|0 Comments

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Als Finanzcoach und Honorarberater unterstütze ich meine Klienten unabhängig beim Thema Vermögensanlage.

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