Kapitalmärkte aktuell – Januar 2018

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Kapitalmärkte aktuell – Januar 2018

Kapitalmärkte aktuell – Rückblick 2017 / Ausblick 2018

Aktien

Das Aktienjahr 2018 hat stark begonnen. Es geht also zunächst so weiter wie 2017. Das Börsenjahr 2017 war erfreulich. Auch wenn in den letzten Börsentagen der Dax etwas von den Höchstkursen abgegeben hat (Schlussstand: 12.913 Punkte), konnten aktienorientierte Anleger von den globalen steigenden Börsenkursen profitieren.

So markierten der S&P 500, die Nasdaq und nicht zuletzt der DAX in 2017 neue Höchststände. Die amerikanischen Indices (S&P 500 ca. +19,5% und Dow Jones ca. +25% in USD) haben diese sogar weitestgehend verteidigt. Für Euro Anleger blieb davon aufgrund des starken Euro in 2017 leider wenig übrig.

Das Plus im Dax summiert sich auf rund 12,5 %. Der EuroStoxx50 kommt auf ein Plus von rund 7 %.

Faktoren, die dafür sorgten, dass 2017 besser verlief als von vielen im Vorfeld erwartet, waren unter anderem die Geldpolitik der Notenbanken und steigende globale Wachstumserwartungen.

Geldpolitik

Die EZB hat angekündigt, ihre bisherigen Anleihenkäufe von 60 Mrd. € auf 30 Mrd. € pro Monat zu reduzieren (ab 01.2018). Die Anleihenkäufe sollen aber bis Ende Sep. 2018 fortgesetzt werden. Das bedeutet, die EZB setzt ihren expansiven geldpolitischen Kurs 2018 mit verminderter Geschwindigkeit fort. Für viele Eurostaaten ist der niedrige Zins schlicht überlebenswichtig. Die EZB wird daher ihre Geldpolitik nur in homöopathischen Dosen anpassen.

In den USA wird Jerome Powell, jetzt Anfang Februar 2018, Janet Yellen an der Spitze der Fed ablösen. Unter ihr gab es im vergangenen Jahr ganze drei Zinserhöhungen und es wird erwartet, dass unter Powell weitere Zinsschritte folgen werden.

Die FED hat in diesem Jahr 3 Zinsschritte vollzogen. Im aktuellen Umfeld werden im kommenden Jahr weitere 3 Zinsschritte in den USA erwartet. Ein stärker anziehender Zins (zum Beispiel 4 Zinsschritte) wird eher als unwahrscheinlich gesehen, weil auch die Notenbanker wissen, dass die Finanzmärkte sensibel auf starke Zinserhöhungen reagieren können.

Der neue Notenbanker (Jerome Powell) dürfte dieses Risiko hoch gewichten und vor einer aggressiveren Gangart in der Zinspolitik zurückschrecken.

Anleihen / Zinsen

Bisher hat der langfristige Zins in den USA nur sehr zäh auf die freundliche Konjunkturentwicklung und auf die Leitzinserhöhungen reagiert. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe liegt mit ca. 2,4% p.a. in etwa auf dem Niveau vom Jahresanfang 2017. Durch die prognostizierten Zinserhöhungen in den USA ist jedoch nur von einem moderaten Zinsanstieg der zehnjährigen Anleihen, im Laufe des Jahres 2018, auszugehen. Es werden Zinsen um ca. 2,70-3,25% p.a. zum Ende 2018 geschätzt.

Inflation

Die Inflation lag in der Eurozone im Dezember bei 1,4%. Das ist immer noch recht deutlich vom Inflationsziel der EZB entfernt (knapp 2%). Aufgrund des Konjunkturaufschwungs kann jedoch 2018 wieder mit etwas höheren Inflationszahlen gerechnet werden.

In den USA müsste die Inflation eigentlich kräftig stiegen, weil die Lohnsteigerungen Druck ausüben. Die Lohnkosten sind jedoch „noch“ nicht in dem von der FED prognostizierten Umfang angezogen. Im Ergebnis hinkt die Inflation in den USA hinterher und liegt mit 1,5% unter dem Ziel der FED von 2%.

In den USA könnte somit das Ziel von 2% Inflation in der nächsten Zeit, angesichts der Erwartung eines fortschreitenden, soliden Wirtschaftswachstums erreicht oder überschritten werden.

Währungen

Negative Auswirkungen auf die Aktienwertentwicklung hatte jedoch der Euro. Er wertete auch am letzten Handelstag des Jahres auf und kletterte auf 1,1998 Dollar. Insgesamt hat der Euro gegen den Dollar 2017 um rund 13 Prozent aufgewertet – so stark wie seit 2003 nicht mehr in einem Jahr. Dabei hatten viele Analysten Anfang des Jahres mit einem Rutsch unter einen Dollar je Euro gerechnet.

Zukünftig stehen bei dem Währungspaar „Euro – USD“ folgende Entwicklungen in Konkurrenz zueinander

  1. a) die Entwicklung in der Eurozone und das Verhalten der EZB
  2. b) Anhebung der Zinsen in den USA.

Zinserhöhungen in den USA machen den US-Dollar interessanter und führen zu Druck auf den Euro gegenüber dem US-Dollar und sollten dazu führen, dass der USD steigt.

Auf der anderen Seite steht eine gute Entwicklung in der Eurozone für einen steigenden Euro.

Beide Ereignisse stehen somit in Konkurrenz zueinander und werden die Wechselkursentwicklung in 2018 in die eine oder andere Richtung beeinflussen.

Bisher ist der Euro stark in das Jahr 2018 gestartet und liegt seit Jahresanfang um ca. 1,30% im Plus bei ca. 1,22 USD.

Rohstoffe

Die Preise von Rohstoffen haben sich in 2017 V-Förmig entwickelt. Nach einem Einbruch in der ersten Jahreshälfte, konnten sich die Kurse bis Jahresende wieder auf das ursprüngliche Niveau erholen.

Die Wahrscheinlichkeit für weiter steigende Energie und Rohstoffpreise ist damit hoch.

Eine stetig wachsende Nachfrage aufgrund der guten Konjunktur und Infrastrukturmaßnahmen (neue Seidenstraße, etc.) steht gegenüber, dass Rohstoffkonzerne in den letzten Jahren ihre Investitionen zurückgefahren haben.

Ob sich diese Entwicklung schon kurzfristig in einem steigenden Ölpreis zeigt, hängt von vielen anderen Faktoren ab, die nicht abschließend abgeschätzt werden können. Möglicherweise wird durch die US-Schieferölproduktion ein steigender Ölpreis noch längerfristig verhindert und die Maßnahmen der OPEC dadurch weiter ausgehebelt.

Gold / Silber

Durch ein starkes letztes Quartal konnte Gold in 2017 ca. 14,8% (in USD) steigen. Bei Silber waren es ca. 7,8% (in USD). Der Euro Anleger hatte davon nichts, da der Euro so stark aufwertete. 2017 ist Gold in Euro gerechnet um ca. 1,40% gefallen, Silber sogar um 7,3%.

Ausblick 2018

Spannend verspricht das Jahr 2018 zu werden. In Deutschland wird die Bildung einer neuen großen Koalition positiv bewertet.

Risikofaktoren für die EU könnten sich bei den Parlamentswahlen in Italien in der ersten Jahreshälfte 2018 ergeben – je nachdem, wie das Abschneiden der eurokritischen Protestpartei 5-Sterne-Bewegung ausfällt. Zudem dürfte die weitere Entwicklung des Brexits weiter in den Fokus rücken.

 Mit Schwung stieg die Weltwirtschaft in das Jahr 2018. Insgesamt wird mit einer leichten globalen Wachstumsbeschleunigung gerechnet. Die Weltwirtschaft dürfte 2017 um rund 3,5% gewachsen sein und in 2018 wird mit einer ähnlichen Rate (3,6%) gerechnet.

 Für Deutschland sind die Wirtschaftskenndaten sowie Aussichten äußerst positiv.

Es fallen Schlagworte wie: Boom, Hochkonjunktur, „prall gefüllte Auftragsbücher“ und „der Aufschwung steht auf breiten Füßen“.

Fazit

Auch wenn die Bewertungen in vielen Asset-Klassen auf sehr hohen Niveau sind, dürfte die Geldpolitik 2018 unterstützend bleiben. Der Rückenwind wird aber an Stärke verlieren. Positive fundamentale Faktoren könnten dies jedoch kompensieren. Diese zeigen sich schon in der zweiten Jahreshälfte 2017 mit einem Weltwirtschaftswachstum von etwa 3% und zugleich relativ niedrigen Inflationsraten. Dieser Schwung wurde mit ins Jahr 2018 genommen.

Das konstruktive Wirtschaftsumfeld unterstützt die Gewinnsituation der Unternehmen weltweit.

Auch wenn die Gesamterträge von 2017 am Aktienmarkt wohl nicht wiederholt werden können, bleibt die relative Attraktivität der Asset-Klasse Aktien gegenüber Renten und Rohstoffen hoch.

Somit ist es wahrscheinlich, dass die Aktienmärkte auch 2018 davon profitieren können.

Da die Kursanstiege in dieser Spätphase wohl kaum mehr von einer weiteren Bewertungsexpansion getrieben werden, sondern „nur“ noch von steigenden Unternehmensgewinnen, bleiben die Renditenerwartung global unter ihren Vorjahresniveaus.

Regional erachtet man den US-Aktienmarkt weniger attraktiv als Europa, Japan und die Emerging Markets. Trotz der Unterstützung durch die Steuerreform in den USA. Belastend wirken eine restriktiver agierende Fed, der Anstieg der Kapitalmarktzinsen, der möglicherweise stärkere Dollar und die ambitionierteren Bewertungsniveaus.

Europäische und stärker noch japanische Aktien erhalten anhaltenden Rückenwind von der Geldpolitik und dürften von der Währungsentwicklung profitieren (in lokaler Währung gerechnet).

Die Aktienindizes der Schwellenländer sind 2017 zwar schon stark gestiegen. Sie weisen aber weiteres Aufholpotenzial bei den relativen Bewertungen auf.

2 weitere Gedanken

Es brennt die Frage: Soll man Aktien heute also kaufen oder verkaufen?

1) Wie aus der nachfolgenden Grafik ersichtlich wird, gab es in der Vergangenheit zahlreiche Haussephasen mit deutlich höheren prozentualen Bewegungen. Meist endeten sie dadurch, dass eine restriktive Notenbankpolitik zu einem konjunkturellen Abschwung führte. Dazu reichen die bisherigen Zinsanhebungen aber nicht aus. Vor der letzten Finanzkrise erhöhe das FED (USA) die Geldmarktsätze schrittweise von 1% auf 5 ¼%. Und selbst danach ging die Hausse noch über ein Jahr weiter, bevor es zu der Krise am Häusermarkt kam. Es zeigt natürlich auch, dass Kurskorrekturen von mehr als 20% völlig normal sind und langfristig orientierten Anlegern interessante Einstiegschancen bieten. Eine Korrektur kann kurzfristig eintreten oder erst in zwei bis vier Jahren.

Fazit: Langfristige Investitionen zahlen sich aus.

Kapitalmarkt Januar 2018

2) Zentrale Bedeutung hat aber die Zinsentwicklung für die Börsen. Die Bewertung der Aktienmärkte hängt direkt von der Entwicklung der künftigen Unternehmensgewinne und dem langfristigen Zins ab.

Berechnet wird es durch das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis). Diese Kennziffer sagt aus, mit welchem Vielfachen des Ergebnisses des letzten Zeitraumes eine Kapitalanlage zurzeit bewertet wird.

Also:

6% Zinsen = 100/6 = KGV von 16 bis 17

Aktuell liegt der Zins der zehnjährigen Bundesanleihe aber bei 0,3%

(oder KGV von 330-fache).

So gesehen sind Aktien nicht zu teuer, sondern Anleihen.

Fazit:

Betrachten man jetzt die Aktien-KGV und vergleicht sie mit den KGV´s der Anleihen, so

kommt man zu dem Schluss, dass sich die starken Bewertungsunterschiede auf längerer Sicht angleichen müssten

  1. a) durch stark steigende Aktienkurse oder
  2. b) durch stark fallende Anleihenkurse (oder beides).

Zumindest ist diese Überlegung ein Grund dafür, weiter auf eine langfristige Aktienbeimischung zu setzten.

Übersicht KGV
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By | 2018-01-30T16:21:22+00:00 Januar 30th, 2018|Blog, Märkte|0 Comments

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