Kapitalmärkte aktuell – Juli 2018

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Kapitalmärkte aktuell – Juli 2018

Kapitalmärkte aktuell – Juli 2018

Aktien

Im zweiten Quartal haben sich die meisten globalen Aktienmärkte in einer volatilen Seitwärtsphase bewegt. Zu Beginn des Quartals konnten sich die Märkte zunächst erholen, wogegen sie jetzt zum Ende des Quartals wieder nachgegeben haben.

Verglichen mit dem Jahresstart stehen die Märkte gerade wir folgt:

S&P 500 (USA)                        ca. +2,8%

MSCI Emerging Markets         ca. -9,5%

EuroStoxx50                           ca. -3,3%

DAX                                         ca. -4,4%

Bezogen auf das zweite Quartal haben sich die Märkte wie folgt bewegt:

S&P 500 (USA)                        ca. +4,2%

MSCI Emerging Markets         ca. -10,6%

EuroStoxx50                           ca. +4,1%

DAX                                         ca. +2,7%

Geldpolitik

Die EZB hat am 14. Juni 2018 das Ende des Anleihenankaufprogramms zum Ende des Jahres 2018 angekündigt. Damit ist ein Ende der expansiven Geldpolitik avisiert. Den Leitzins belässt die EZB laut Mario Draghi bis mindestens September 2019 bei 0%.

Da wir im Kunjunkturzyklus schon weit fortgeschritten sind, gehen die meisten Banken von einer leichten Konjunkturabkühlung in Europa aus und sehen damit auch über den Herbst 2019 hinaus keine signifikant steigenden Zinsen.

Die FED hat am 13. Juni die amerikanischen Leitzinsen zum siebten Mal seit der Finanzkrise um 0,25% erhöht. Die neue Leitzinsspanne liegt nun bei 1,75-2,00%.

Begründet wird die Erhöhung mit der robusten wirtschaftlichen Entwicklung, dem Inflationsanstieg sowie dem weiter positiven Wirtschaftsausblick.

Aufgrund der gestiegenen Inflation ist davon auszugehen, dass die FED weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr durchführt. Wenn sich die Leitzinsen über 3% bewegen, fangen Anleger meist an, aus Aktien umzuschichten in Anleihen. Wenn diese Schwelle erreicht wird, wird dies ein belastender Faktor für Aktien sein.

Anleihen / Zinsen

Auch bei Anleihen haben sich die Kurse unter großen Schwankungen seitwärts bewegt.

Zunächst haben die Anleihenkurse in der ersten Quartalshälfte stark nachgegeben, dann haben sich diese wieder gefangen und stehen auf ähnlichem Niveau von Anfang April.

10 jährige US Staatsanleihen liegen aktuell bei ca. 2,85% Zins.

Inflation

Durch den Anstieg des Ölpreises hat auch die Inflation angezogen. Die Inflationsrate im Euroraum lag zuletzt bei 1,9 Prozent (vorher 1,2%). In den USA ist die Inflation sogar auf 2,8% (zuvor 2,2%) gestiegen.

Währungen

Der Wert des US Dollars ist im Verhältnis zum Euro stark angestiegen. Notierte der Euro zum 01.04. noch bei ca. 1,24 USD ist der Kurs auf mittlerweile ca. 1,16 USD gefallen. Das ist ein Minus von ca. 7 Prozent. Auch andere Währungen, wie das britische Pfund (-6,80%), der Schweizer Franken (-4,5%), der japanische Yen (-4,2%) und der chinesische Renminbi (-5%) haben gegenüber dem US Dollar nachgegeben.

Als Begründung der Dollarstärke führen die meisten Marktteilnehmer die US-Unternehmenssteuerreform an sowie die starken wirtschaftlichen Zahlen der USA.

Rohstoffe

Vor allen Dingen der Preis von Öl und Gas ist im zweiten Quartal weiter gestiegen (ca. +10%). Damit kann der positive Preistrend aus dem ersten Quartal fortgesetzt werden.

Die Kurse für Industriemetalle sind im zweiten Quartal unter sehr großen Schwankungen etwas gefallen.

Gold / Silber

In USD gerechnet haben die Kurse von Gold (-6,6%) und Silber (-2,4%) nachgegeben.

Da beide Edelmetalls in USD notieren und aufgrund des starken Dollars hat sich für Euro-Anleger der Kurs sogar etwas verbessert (Gold ca. +1%, Silber ca. +4,7%)

Ausblick / Einschätzung

Die Konjunktur in den USA ist weiterhin robust. Das Wachstum hat im zweiten Quartal sogar zugenommen (über 3% nach 2,2%). Der US-Arbeitsmarkt verzeichnet nur noch 3,8% Arbeitslosenquote.

Die Prognosen für Unternehmensgewinne in den USA sind im zweiten Quartal weiter gestiegen, was ebenfalls mit der US-Steuerreform begründet wird.

Dagegen zeigen Frühindikatoren in Europa und Deutschland leichte Abschwächungen bei Export, Industrieproduktion und Auftragseingängen. Da wir hier von einem sehr hohen Niveau kommen, kann man von einer Normalisierung der Werte sprechen.

 Donald Trump zettelt in der Tat einen Handelskrieg an.

Hier die Ereignisse der letzten Wochen:

  • am 01. Juni treten Strafzölle der USA auf importierten Stahl (25%) und Aluminium (10%) aus der EU in Kraft

  • Juni: EU beschließt Gegenzölle auf US Waren (Umfang ca. 2,8 Mrd. Euro)

  • Juni: China warnt die USA letztmalig vor Strafzöllen

  • Juni: Trump genehmigt Strafzölle gegen China (Umfang ca. 50 Mrd. Dollar)

  • Ende Juni: Erste US Unternehmen (Harley Davidson) kündigen an, einen Teil der Produktion ins Ausland zu verlagern.

Diese Entwicklungen werden sich zukünftig negativ auf den Welthandel auswirken. Wie stark diese negativen Effekte sein werden, muss sich erst zeigen.

Am abhängigsten von Exporten in die USA ist Kanada mit über 80% aller Exporte vor Japan (ca. 20%), Großbritannien (ca. 10%) und Deutschland (ca. 8,6%).

Es ist relativ sicher, dass Zölle auf deutsche Automobilimporte kommen werden. Ganz so schlecht sind Daimler, BMW und VW jedoch nicht aufgestellt, denn ein Teil der Automobile werden bereits jetzt in den USA produziert. Hier wäre ein harter Austritt Großbritanniens aus der EU in Verbindung mit Zöllen ein unterschätzter Negativfaktor. Denn Deutschland exportiert weit mehr Automobile auf die Insel (2016: knapp 800.000, 2017: 769.000) als in die USA oder China.

In Europa sorgt das Thema Italien weiter für Verunsicherung. Es ist abzuwarten wie die neue populistische Regierung agieren wird. Wie so oft gibt es völlig unterschiedliche Expertenmeinungen zu diesem Thema. Einige warnen vor dem Austritt Italiens aus dem Euro und dem Zusammenbruch der EU, viele halten es für höchst unwahrscheinlich, dass dieser Schritt passiert.

Die Märkte beurteilen das Risiko Italiens definitiv höher, da die Zinsen für zehnjährige italienische Staatsanleihen angezogen sind (2,8% nach zuvor 1,8%).

Fazit:

Die politischen Entwicklungen sind sehr bedenklich und können jederzeit zu Zwischenkorrekturen an den Aktienmärkten führen. Gerade auch aufgrund der Saisonalität, denn der Sommer bzw. Herbst sind meist schwächere Börsenmonate.

Es gibt, wie immer, genügend Propheten, die das Ende der Welt und eine nächste Finanzkrise kommen sehen.

Eine große Rezession ist aufgrund der nach wie vor starken Wirtschaftszahlen jedoch eher unwahrscheinlich. Eine Verschlechterung der Gewinnerwartungen bei den Unternehmensgewinnen ist wahrscheinlich, da wir uns auf sehr hohem Niveau befinden. Dies würde jedoch nur zu einer Konjunkturverlangsamung in den normalen Bereich führen, nicht direkt zu einer Rezession.

Auf der Zinsseite gibt es ebenfalls noch keinen starken Gegenwind für Aktien. In Europa überhaupt keinen und in den USA nur leichten.

In einer Zeit, in der sich die politischen Nachrichten, wie aktuell, überschlagen, ist besonnenes Handeln, eine gute Vermögensstruktur sowie eine langfristige Strategie besonders entscheidend für Vermögenserhalt und eine langfristig gute Rendite.

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By | 2018-07-02T14:49:05+00:00 Juli 2nd, 2018|Blog, Märkte|0 Comments

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Als Finanzcoach und Honorarberater unterstütze ich meine Klienten unabhängig beim Thema Vermögensanlage.

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