Kapitalmärkte aktuell – Oktober 2017

Aktien

Vor allen Dingen die US Aktienmärkte konnten im dritten Quartal weiter steigen. Der S&P500 hat ca. 4,00% zugelegt. In 2017 gab es an der Wall Street noch nicht einen schwachen Monat (erstmals sein 1926). Auch die Börsen in Europa konnten nach einem kleinen Rückgang im August weiter zulegen. Der EuroStoxx50 liegt ca. 3,2% höher und der DAX ca. 3,40%.

Auch die Schwellenländer konnten weiter zulegen. Der MSCI Emerging Markets ist um ca. 5% gestiegen.

Die Schwankungsbreite der Märkte bleibt dabei sehr gering.

Geldpolitik

Die US-Notenbank Fed hat im zurückliegenden Quartal eine abwartende Haltung eingenommen und die Zinsen nicht verändert (1,0 bis 1,25 %). Weiter betreibt die FED als vorsichtige Bremsung eine Bilanzverkürzungspolitik. Bisher kaufte sie monatlich ca. 20 Mrd. $ Anleihen, um fällig gewordene, zurückgezahlte Anleihen auszugleichen. Jetzt wird sie pro Monat 10 Mrd. $ Anleihen verkaufen.

Die Fed betont in ihrem letzten Bericht vom 20. September, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter stabil und solide seien. Die Arbeitslosenquote bleibt niedrig (4,4%) die Konsumausgaben sowie das Wirtschaftswachstum steigen moderat und die Inflation liegt unter 2%.

Die europäische Zentralbank (EZB) hat ebenfalls keine Änderungen in der Zinspolitik durchgeführt. Sie betont jedoch, dass das wirtschaftliche Wachstum im ersten Halbjahr 2017 stärker gestiegen ist als erwartet (BIP +1,1%). Getragen wird diese positive Entwicklung von gestiegenen Konsumentenausgaben sowie Beschäftigungswachstum.

Es ist weiter mit Spannung zu erwarten, wann die EZB erste Äußerungen zur Trendwende in der Geldpolitik äußert. Dies dürfte dann den Wert des Euro gegenüber dem US Dollar weiter ansteigen lassen.

Anleihen / Zinsen

Die Kurse von Anleihen konnten bis Anfang September zulegen ca. 4% um dann sämtliche Gewinne wieder abzugeben. Aktuell notieren die Anleihen auf dem gleichen Niveau wie zu Quartalsbeginn. Das gilt sowohl für die US Zinsmärkte als auch deutsche Zinspapiere.

Inflation

In den USA ist die Inflation im August auf 1,9% gestiegen (Juli 1,7%) und bewegt sich damit Richtung Ziel der Notenbank. Im Euroraum lag die Inflation im August bei 1,5% (Juli 1,3%) und konnte ebenfalls in Richtung 2% Ziel steigen.

Währungen

Die Aufwertung des Euro gegenüber dem US Dollar hat sich im vergangenen Quartal weiter fortgesetzt. Der Kapitalmarkt antizipiert damit ein Ausstieg der EZB aus der lockeren Geldpolitik. Wenn Trump eine große Steuersenkung in den USA durchsetzen kann, könnte dies wieder unterstützend für den Dollar wirken.

Der Euro steht aktuell bei 1,18 US$ was ein Plus von 3,5% im letzten Quartal bedeutet. In der Spitze lag der Euro sogar über der Marke von 1,20 US$.

Das britische Pfund konnte sich im vergangenen Quartal um 3,3% erholen und liegt aktuell bei 1,34 US$.

Keine Veränderung gab es im japanischen Yen nach einer Berg- und Talfahrt (0,89 US$).

Rohstoffe

Rohstoffe konnten ihren Preisverfall seit Jahresbeginn stoppen und haben im letzten Quartal um 5% zugelegt.

Gold / Silber

Auch Gold und Silber konnten um 5% zulegen. Gold notiert aktuell bei 1.290 US$ und Silber bei 16,75 US$.

Weiteres / Ausblick

Es macht den Eindruck, als bliebe eine stärkere Aktienkorrektur in diesem Jahr aus. Die meisten Wirtschaftszahlen sehen positiv aus und die Aktienmärkte sind aktuell nicht zu stoppen.

Vor allen Dingen die US Märkte liegen deutlich im Plus. Leider ist bei uns als Euro Anleger in diesem Jahr nichts davon angekommen, da sich der Euro im Verhältnis zum US Dollar so stark entwickelt hat.

Die positiven Entwicklungen der letzten Jahre nehme ich zum Anlass, die aktuellen Bewertungsniveaus der Aktienmärkte zu erheben und die Entwicklung der letzten 20 Jahre zu betrachten.

Hier sehen Sie die 3 Hauptaktienmärkte S&P500 (USA), EuroStoxx50 (Europa) und den MSCI Emerging Markets (Schwellenländer) im 20 Jahresverlauf:

Finanzcoach Kapitalmarkt

Es ist sehr deutlich zu sehen, dass sich vor allen Dingen die USA äußerst positiv entwickelt haben. Dies spiegelt sich auch in den aktuellen Bewertungsniveaus nieder:

Markt Kurs-/Gewinn Verhältnis Kurs-/Buchwert Verhältnis Dividendenrendite
S&P500 23,50 3,04 2,01%
EuroStoxx50 15,80 1,60 3,90%
MSCI Emerging Markets 15,65 1,75 2,33%
Übliche Spannen 8-30 1,00 – 5,00 1,00 – 5,00%

 

Besonders der S&P 500 ist historisch sehr hoch bewertet. Europa und die Schwellenländer liegen mittlerweile bei durchschnittlichen, historischen Bewertungsniveaus. Das Zinsniveau auf der Anleihenseite ist nach wie vor sehr gering, wobei auch hier in den USA mittlerweile die geringsten Differenzen zwischen Zinsrenditen und Aktiendividenden herrschen.

Je positiver die allgemeine Stimmung an den Märkten wird, desto vorsichtiger sollte man als Anleger werden. Eine Marktkorrektur könnte Morgen kommen…oder erst in 1, 2 oder 5 Jahren.

Je länger ein Marktanstieg dauert, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit einer Marktkorrektur im Zeitverlauf.

Alle wissenschaftlichen Erhebungen zeigen, dass der genaue Zeitpunkt eines Markteinbruchs nicht vorhersehbar ist. Auch wenn diese Sehnsucht bei Anlegern völlig nachzuvollziehen ist. Natürlich wäre es der Idealfall man würde am Hoch aussteigen und zum Tiefpunkt wieder einsteigen. Alle bestehenden Studien in diese Richtung zeigen jedoch, dass nach Steuern und Transaktionskosten ein aktives Markttiming nicht funktioniert.

Wie ist also die beste Vorgehensweise in einem solchen Umfeld?

Eine Aktienquote sollte nach Ihrer individuellen Risikoneigung beibehalten werden. Im Aktiensegment sollten die USA eher untergewichtet und Europa und die Schwellenländer eher übergewichtet werden. Ein Portfolio sollte über andere Anlageklassen wie Anleihen, Rohstoffe, etc. breit diversifiziert werden.

Es macht Sinn einen Anteil Bargeld im Depot zu haben um bei Rücksetzern handlungsfähig zu bleiben und günstiger einkaufen zu können.

Außerdem kann es helfen, sich mental darauf vorzubereiten, dass ich den nächsten Monaten oder Jahren ein stärkerer Rückgang bevorsteht. So ist man nicht so erschüttert, wenn es dann wirklich passiert und kann die Nerven behalten, wenn alle anderen Anleger in Panik geraten.

Wen weitergehende Literatur dazu interessiert, habe ich folgende Empfehlung:

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DANKE FÜRS TEILEN