Kapitalmärkte aktuell – Oktober 2018

///Kapitalmärkte aktuell – Oktober 2018

Kapitalmärkte aktuell – Oktober 2018

Kapitalmärkte aktuell – Oktober 2018

Aktien

Im dritten Quartal haben sich die meisten Aktienmärkte volatil seitwärts entwickelt. Die USA konnte sich mit einer positiven Entwicklung weiter abkoppeln.

Verglichen mit dem Jahresstart stehen die Märkte gerade wir folgt:

S&P 500 (USA)                        ca. +8,2%

MSCI Emerging Markets         ca. -10,3%

EuroStoxx50                           ca. -3,3%

DAX                                         ca. -4,4%

Bezogen auf das dritte Quartal haben sich die Märkte wie folgt bewegt:

S&P 500 (USA)                        ca. +7,2%

MSCI Emerging Markets         ca.  -1,9%

EuroStoxx50                           ca.   0%

DAX                                         ca.   0%

Kapitalmaerkte Oktober 2018

Selten haben sich Märkte so abgekoppelt voneinander entwickelt. Die aktuell besondere Außenhandelspolitik der USA wirkt sich hier wohl deutlich auf die Kapitalmärkte aus.

Geldpolitik

EZB-Präsident Mario Draghi hat am 24.09.18 mit wenigen Worten die Märkte bewegt.

Er sehe einen „relativ heftigen Anstieg“ einzelner Inflationskomponenten. Ausschlaggebend sei der Anstieg die Tariflöhne (2017 noch um +1,5 Prozent gestiegen – im ersten Quartal 2018 hingegen schon um 1,7 und im zweiten Quartal um 2,2 Prozent).

Der Leitzins liegt derzeit auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent und soll nach den Worten von Draghi noch „über den Sommer“ 2019 hinaus auf diesem Niveau bleiben.

Im September hatte die Notenbank einen weiteren Mini-Schritt in Richtung einer strafferen Geldpolitik beschlossen. Ab Oktober sollen die monatlichen Anleihenkäufe auf 15 Milliarden Euro halbiert werden.

Ungeachtet der Kritik von US-Präsident Donald Trump hat die amerikanische Notenbank FED am 26. September 2018 die dritte Zinserhöhung im laufenden Jahr durchgeführt. Die neue Leitzinsspanne liegt nun bei 2,00-2,25%.

Die Wirtschaft in den USA läuft so gut wie seit Jahren nicht mehr, der Job-Markt läuft heiß und auch die lange Zeit für einen Aufschwung ungewöhnlich niedrige Inflation zieht an.

Hinzu kommen die Effekte der Steuerreform Trumps, die den Aufschwung zusätzlich befeuern. Somit ist die Bühne für eine weitere geldpolitische Straffung bereitet.

Anleihen / Zinsen

Bei Anleihen haben sich die Kurse unter großen Schwankungen tendenziell seitwärts bewegt. Lediglich die Kurse von US Staatsanleihen sind durch die Zinserhöhungen weiter gefallen.

Die Rendite 10-jähriger US Staatsanleihen ist weiter gestiegen und liegen aktuell bei ca. 3%. Deutsche 10-jährige Bundesanleihen liegen bei ca. 0,48% Zins und in Japan liegt der Zins bei nur 0,12%.

Inflation

Die Verbraucherpreise sind weiter gestiegen. Für September erwarten die Volkswirte für den Euroraum einen Anstieg der Jahresinflationsrate auf 2,1 (August: 2,0) Prozent. Die Kernteuerung dürfte allerdings bei 1,0 Prozent verharren.

In den USA war die Inflation im August leicht zurückgegangen auf 2,7 Prozent, nachdem sie im Juli mit 2,9 Prozent noch ein Sechseinhalb-Jahres-Hoch erreicht hatte.

Währungen

Der Wert EUR zu US Dollar hat sich unter starken Schwankungen stabilisiert. Nachdem der EUR Mitte August einen Tiefpunkt bei 1,13 USD erreicht hatte, liegt er aktuell wieder bei 1,17 USD.

Ebenso ist das britische Pfund im Verhältnis zum USD seitwärts verlaufen.

Der japanische Yen hat gegenüber USD abgewertet (-2,2%), der Schweizer Franken konnte sich behaupten (+1,50%).

Rohstoffe

Der Ölpreis ist in den letzten Tagen weiter gestiegen. Erstmals seit fast vier Jahren werden wieder mehr als 80 Dollar bezahlt. Somit setzt sich der Preistrend weiter fort.

Gold / Silber

Gold (-3,5%) und Silber (-8,2%) haben im vergangenen Quartal weiter nachgegeben. Seit rund vier Wochen pendelt Gold um die 1200 Dollar Marke.

Weiteres / Ausblick

Wie immer gibt es genug Probleme auf der Welt. Einige haben sicher das Potenzial sich zu einer Krise zu entwickeln. Die meisten Ereignisse sind jedoch schon seit längerer Zeit bekannt und damit bereits in den Aktienkursen eingepreist.

Die Dauer und die Ausprägung der negativen Einflüsse bestimmen regelmäßig die Auswirkungen auf das jeweilige Wachstum den Wirtschaftsregionen.

  • Seit dem 26.09.18: Zölle der USA auf Waren aus China in einem Wert von 200 Milliarden Dollar in Kraft.

  • Eine Gefahr für Europa birgt der ausgebrochene Handelskrieg. Deutschland werde darunter besonders leiden, sollte sich der Konflikt noch ausweiten.

  • Weltweit sehen wir heute – mit Ausnahme von Ländern wie Deutschland – höhere Schulden als vor der Krise

  • In Europa haben die Experten Italien als größten Problemfall ausgemacht. Das mit über 131 Prozent hoch verschuldete Land versetzt die Finanzmärkte seit dem Amtsantritt der neuen rechtspopulistischen Regierung mit Gedankenspielen zum Euro-Ausstieg und Schuldenerlass immer wieder in Aufruhr

  • Brexit: Großbritannien soll am 29. März 2019 aus der EU austreten. Sollte bis dahin kein Abkommen stehen, droht ein ungeregelter Austritt mit Konsequenzen in allen Lebensbereichen. Der geplante EU-Austritt Großbritanniens wirkt sich nach Worten er EZB bislang eher gering auf die Wirtschaft der Euro-Zone aus. Insgesamt seien die Folgen für die Realwirtschaft nach Schätzungen der EZB wohl „recht gedämpft“.

Es stellt sich somit die Frage: Wie geht es weiter?

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre Konjunkturprognose für Deutschland erneut etwas gesenkt. Das deutsche Wachstum dürfte sich dem Bericht zufolge 2019 dann nochmals leicht abschwächen auf 1,8 Prozent, -0,3 Prozentpunkte niedriger als im vorherigen OECD-Ausblick angenommen.

Auch das Institut der deutschen Wirtschaft und das Kieler Institut für Weltwirtschaft hatten in den vergangenen Wochen Prognosen gesenkt.

Die globale Konjunkturentwicklung stehe nicht mehr auf einem so breiten Fundament wie noch vor wenigen Monaten, heißt es im aktuell veröffentlichten Bericht.

Der Welthandel sei in der ersten Jahreshälfte langsamer gewachsen. Die Spannungen in der Handelspolitik hätten bereits negative Auswirkungen auf das Vertrauen und die Investitionspläne von Unternehmen.

Die OECD-Autoren rechnen damit, dass sich das weltweite Wachstum in diesem und im kommenden Jahr bei 3,7 Prozent einpendelt – knapp über dem Niveau von 2017, aber etwas schwächer als im Mai erwartet.

In den USA zeigt sich ein anderes Bild; der Einkaufsmanagerindex Chicago eine weiterhin robuste Konjunktursituation.

Die Verbraucherstimmung hat sich im September überraschend weiter verbessert und den besten Wert seit 18 Jahren erreicht.

Auch die amerikanische Binnennachfrage zeichnet gemäß Konsumentenvertrauen der University of Michigan ein solides Bild.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank nur leicht. Volkswirte hatten einen deutlicheren Rückgang auf 103,2 Punkte erwartet.

„Die deutsche Wirtschaft zeigt sich stabil, auch wenn die Unsicherheit steigt“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Der Ifo-Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer und gilt als zuverlässiger Indikator für die Entwicklung der nächsten sechs Monate.

Ausrichtung – Opportunitäten gibt es immer

  • China

  • Schwellenländeranleihen

  • Türkei

Insbesondere eine Hand voll US Technologieaktien sind der Grund weshalb die amerikanischen Indizes weiter steigen. In diese Titel sind die Fondsmanager immer noch kopflastig überinvestiert (im August zum achten Mal in Folge „most crowded trade“).

Aufgrund dieser Dynamik sowie der bereits sehr hohen Bewertungsniveaus, raten Antizykliker aktuell davon ab US Aktien im Portfolio über zu gewichten.

Auf der anderen Seite der Welt haben vor allen Dingen die Kurse von chinesischen Aktien im Rahmen des Handelsstreits seit dem Hochpunkt Ende Januar stark nachgegeben (in USD)

  • Hongkong -25%

  • Shanghai -30%

Und das obwohl die Gewinne fast so stark steigen wie in den USA. Das Bewertungsniveau ist aktuell bei chinesischen Aktien nur ca. halb so hoch wie das von US Aktien.

Auch verhält sich China geopolitisch durchaus taktisch und strategisch klug (Chinas neue Seidenstraße).

Durch starke Kapitalabflüsse nach Währungsturbulenzen bieten aktuell Schwellenländeranleihen mit 5-6% Zins attraktive Verzinsungen.

Für mutige Anleger ist der türkische Aktienmarkt gerade zu 50% Kursdiscount, im Vergleich zum März dieses Jahres, mit ca. 4% Dividendenrendite zu haben.

Fazit

Weiterhin bleiben die politischen Entwicklungen im Fokus. Die beschriebene Situation ist, losgelöst von den politischen Ereignissen, typisch für eine späte Phase des Konjunkturzyklus.

Diese Phase kann beständig sein, wenn Extremereignisse und große politische Fehler verhindert werden.

Eine Rezession ist weiterhin aufgrund der nach wie vor starken Wirtschaftszahlen eher unwahrscheinlich. Somit scheint es aktuell wahrscheinlicher, dass sich die späte Phase des Zyklus noch eine Zeit lang fortsetzen wird. Bisher sind keine der vor Beginn einer Rezession typischerweise entstehenden binnenwirtschaftlichen Ungleichgewichte zu beobachten:

  • übermäßiger Konsum

  • übermäßige Investitionen

  • eine Wohnimmobilienblase oder

  • exzessives Lohnwachstum

Auf der Zinsseite gibt es ebenfalls noch keinen starken Gegenwind für Aktien. In Europa überhaupt keinen und in den USA nur leichten.

Es bleibt bei der Aussage, dass ein besonnenes Handeln, eine gute Vermögensstruktur sowie eine langfristige Strategie besonders entscheidend für Vermögenserhalt und eine langfristig gute Rendite sind.

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By | 2018-10-02T16:56:47+00:00 Oktober 2nd, 2018|Märkte|0 Comments

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Als Finanzcoach und Honorarberater unterstütze ich meine Klienten unabhängig beim Thema Vermögensanlage.

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