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Aktien
Charts der letzten 12 Monate:

Wertentwicklung 2026:
| S&P 500 (USA) | – 6,81% (in USD) |
| Nasdaq (Technologie) | – 7,71% (in USD) |
| DAX | – 7,59% |
| MSCI Emerging Markets | – 1,32% (in USD) |
Entwicklungen
- KI-Investitionen der großen US-Tech-Konzerne stiegen deutlich stärker als erwartet.
- Qualitätssprung bei KI-Modellen führte zu einer Neubewertung des Softwaresektors.
- Softwareaktien gerieten stark unter Druck, ein Software-ETF verlor zeitweise rund 35%.
- Sektorrotation seit Jahresbeginn:
- Technologie schwach
- Defensive Sektoren wie Versorger, Transport, Infrastruktur und Konsumgüter mäßig
- Energiesektor zuletzt stärkster Sektor
- USA–Iran-Konflikt ließ die Ölpreise deutlich steigen.
- Zentrale geopolitische Risiken:
- Schließung der Straße von Hormus
- Schäden an kritischer Energieinfrastruktur im Nahen Osten
- Der Konflikt wird als struktureller Angebotsschock eingeordnet, nicht nur als kurzfristiges Ereignis.
- Betroffen sind nicht nur Öl und Gas, sondern auch andere Rohstoffe wie Helium, das für die Halbleiterproduktion wichtig ist, Aluminium, etc.
- Bereits vor dem Konflikt zeigten sich in den USA konjunkturelle Schwächesignale:
- leicht rückläufige Unternehmensgewinne
- leicht steigende Arbeitslosenquote
- Aufwärtsrevisionen früherer Arbeitsmarktdaten
- Inflation wird sich durch steigende Energiepreise erhöhen.
- Zinsen stiegen zuletzt sowohl in den USA als auch in Europa.
- US-Notenbank kann Zinsen 2026 voraussichtlich nicht senken (vor Krieg waren 2 Zinssenkungen erwartet).
- Das Umfeld wird als stagflationär beschrieben:
- Wachstum schwächer
- Inflation höher
- Zinsen höher
- Für Aktienmärkte ergibt sich ein doppelter Belastungsfaktor:
- höhere Zinsen
- hohe Energiepreise
- Rohstoffe hatten zuvor eine starke Rally, zuletzt kam es zu einer deutlichen Korrektur, auch bei Gold.
- Laut einer Citigroup-Studie ist das wahrscheinlichste Szenario ein Umfeld mit anhaltend hohen Energiepreisen.
Ausblick
- kurzfristig sind Märkte überverkauft und es könnte im April Erholungsbewegung geben
- tendenziell sind Märkte im weiteren Jahresverlauf weiter belastet
- abhängig von Ölpreis und Konfliktdauer
- Strategische Konsequenz:
- Risiken im Portfolio prüfen
- Aktien-Übergewichtungen in Marktstärke hinein reduzieren
- Liquidität und Risikomanagement betonen
- selektive Aktienzukäufe in Schwächephasen, wenn es das Risikoprofil erlaubt
- Anleihen bieten attraktives Einstiegsniveau
Geldpolitik
- Zu Jahresbeginn war die Markterwartung, dass die US-Notenbank FED die Zinsen in 2026 um 2 Schritte (0,50%) senkt.
- Nach Eintritt des Krieges hat sich diese Erwartung verschoben auf keine Zinssenkung in 2026.
- Der Ölpreisanstieg sowie die dadurch steigende Inflation ermöglichen es der Notenbank nicht, Zinsen zu senken, um die Wirtschaft zu stützen.
- Dies ist ein gefährliches Stagflationsszenario.
Liquidität
- Die Märkte bleiben grundsätzlich funktionsfähig, reagieren derzeit aber empfindlicher auf größere Käufe, Verkäufe und schlechte Nachrichten.
- Zusätzliche Risiken kommen von „Private-Credit Fonds“ (nicht-bankgebundene Unternehmenskredite, die oft als Schattenbanken agierend). Rücknahmeanträge von Anlegern setzen die Fonds unter Druck, was zu Liquiditätsproblemen führen kann.
- Das ist noch keine breite Finanzkrise, erhöht aber die Anfälligkeit des Systems.
- Als Belastungsfaktor in der zweiten Jahreshälfte könnten diverse MEGA-Börsengänge sein, die dem Markt sehr große Liquiditätssummen entziehen.

Anleihen / Zinsen

Die US-Zinsen sind durch den Iran Krieg deutlich angezogen.
- Die Rendite 2-jähriger US-Staatsanleihen liegt bei 3,79%
- Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen liegt bei 4,31%
Die Renditen deutscher Staatsanleihen sind seit Ausbruch des Krieges deutlich gestiegen.

2-jährige notieren bei 2,62%

10-jährige notieren bei 3,02%.
Inflation und Zölle

- Die Inflation in den USA ist im Februar nicht weiter gestiegen. Sie blieb bei 2,4%.
- Das ist ein relativ niedriger Wert im Vergleich zu den letzten Monaten.
- Der starke Ölpreisanstieg aus März ist in den Zahlen noch nicht enthalten.
- Es wird von einem Anziehen der Inflation durch den Ölpreisschock ausgegangen.
- Die US-Zollpolitik bleibt ein Unsicherheitsfaktor:
- Der US Supreme Court am 20. Februar 2026 von Trump per Notstandsrecht verhängte Zölle für rechtswidrig erklärt.
- Für die Märkte ist das Thema damit nicht erledigt: Trump reagierte direkt mit neuen, vorläufigen Globalzöllen und weiteren Handelsuntersuchungen. Das spricht weiter für politische Unsicherheit, höhere Importkosten und Belastungen für den Welthandel.
Die zukünftige Inflationserwartung in den USA (Michigan 5-Year Inflation Expectations) bezogen auf die nächsten 5 Jahre bleibt auf einem niedrigen Niveau von 3,20%.

Die Inflation in Europa steigt von einem sehr tiefen Wert von 1,7% im Januar auf 1,90% im Februar.

Die US-Arbeitslosenzahlen sind nach einer leichten Entspannung im Januar zuletzt wieder leicht angezogen auf 4,40%.

Konjunktur
Das Bruttoinlandsprodukt in den USA ist im letzten Quartal 2025 sehr schwach ausgefallen mit nur 0,70% Wachstum.

- Die US-Wirtschaft dürfte 2026 weiter wachsen, allerdings langsamer als 2025; OECD und Fed liegen bei rund 2,0% bis 2,3%, der IMF etwas höher bei 2,4%.
- Prognoseplattform Kalshi zeigt dagegen aktuell eine auf 40% gestiegene Rezessionswahrscheinlichkeit für 2026.

Der ISM Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe in den USA war im Januar (52,6) und Februar (52,4) deutlich positiv ausgefallen. (über 50=Expansion).

Das US-Verbrauchervertrauen ist nach einem robusten Wert von 56,6 im Februar stark gefallen auf 53,3 im März. Die Verunsicherung durch den Krieg und die hohen Benzin- und Gaspreise dürften hier erste Auswirkungen zeigen.

Deutscher Industrie Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland ist im Februar und März stärker ausgefallen mit zuletzt 51,7 (über 50 = Wachstum).

„Die Stimmung unter den Unternehmen in Deutschland hat sich merklich verschlechtert. Der IFO-Index sank im März auf 86,4 Punkte, nach 88,4 im Februar. Dies war auf deutlich pessimistischere Erwartungen zurückzuführen. Die Urteile zur aktuellen Lage blieben hingegen unverändert. Die Unsicherheit unter den Unternehmen nahm spürbar zu. Der Krieg im Iran beendet vorerst die Hoffnung auf einen Aufschwung.“ Quelle: IFO-Institut

Der China Industrie Einkaufsmanagerindex ist im Februar stark mit 52,1 ausgefallen. (über als 50 = Wachstum). Hier könnten sich in den März-Zahlen ebenfalls eine Ernüchterung einstellen, da auch China von den Lieferengpässen von Öl & Gas stark betroffen ist.

US-Unternehmensergebnisse
Folgende Grafik zeigt das Gewinnwachstum im S&P500 in den letzten 5 Jahren (+ Prognose), jeweils im Vergleich zum Vorjahr. (Quelle: gurufocus.com / S&P Dow Jones Indices)

- Für 2026 wird mit einem weiterhin starken Gewinnwachstum von ca. 17,70% im Vergleich zum Vorjahr gerechnet.
- Ob sich diese Prognose vor den aktuellen Entwicklungen halten kann, wird sich zeigen.
Entwicklungen im Software / KI-Sektor

- Großen US-Technologiekonzerne weiten die Investitionen in KI in 2026 nochmal deutlich aus.
- Die Höhe der Investitionen geht sogar so weit, dass diese fast sämtliche operativen Gewinne für 2026 aufzehren (rote Linie in Grafik=Investitionen/operative Cash-Flows)
- Bisher waren Softwareunternehmen, wie z.B. Microsoft, von sehr hohen Gewinnmargen verwöhnt. KI führt jetzt zu starkem Margendruck bei gleichzeitig massiv gestiegenen Investitionen
- Damit ändert sich das Risikoprofil dieser Werte für einen Investor fundamental.
- Das ist der Grund, weshalb Softwareaktien seit den Höchstständen im Oktober 2025 bereits ca. 35% Kurseinbruch erlitten haben.

- Anthropic KI-Modell Claude (Opus 4.6) setzt sich als Führend in Softwareentwicklung durch und kann insbesondere Firmenkunden an sich binden.
- OpenAI mit ChatGPT und damit auch Microsoft aus Hauptinvestor ist zunächst abgeschlagen.
- Google scheint ebenfalls zu den Gewinnern zu gehören. Performance der Gemini-Modelle sehr gut, Kooperation mit Apple.
Gold / Silber

- Gold und Silber haben nach einem Hochpunkt Ende Januar deutlich korrigiert. Insbesondere in der zweiten März-Hälfte ging es kräftig abwärts.
Entwicklung seit Jahresbeginn:
Gold: aktuell 4.600 USD +6,37% (in USD) seit Jahresbeginn
Silber: aktuell 73,15 USD +1,05% (in USD) seit Jahresbeginn
Rohstoffe
- Der Ölpreis explodiert nach dem Beginn des Iran Kriegs. Je länger der Konflikt und damit der Ölpreis anhält, desto wahrscheinlicher wird eine Wirtschaftsabkühlung und ggf. Rezession.
- Die IEA (Internationale Energieagentur) spricht inzwischen von der größten Störung des globalen Ölmarkts der Geschichte; die geschätzten Angebotsausfälle liegen damit über den einzelnen Ölkrisen der 1970er Jahre.
- Sollte der Konflikt bis Mitte des Jahres andauern, sprechen Experten von einem möglichen Ölpreis von 180-200 USD je Barrel.

WTI Crude Oil: 104,0 USD (ca. +81,26% in 2026)
Währungen
US-Dollar
- Der US-Dollar im ersten Quartal fest. (+2,00%)

Der US-Dollar-Index (Korb aus: 57,6% EUR, 13,6% JPY, 11,9% GBP, 9,1% CAD, 4,2% SEK, 3,6% CHF) hat nach einem Tiefpunkt Ende Januar eine deutliche Aufwärtsbewegung durchgeführt. Damit scheint der US-Dollar in Krisenzeiten immer noch gesucht zu sein.
EURO / USD

1,15 USD (ca. -1,95% seit Jahresbeginn)
Invers zur US-Dollar Stärke, notiert der Euro seit Jahresbeginn leicht schwächer.
Kryptowährungen / Blockchain Technologie

Bitcoin (BTC): 66.914,- USD (-23,43% seit Jahresbeginn)
Ethereum (ETH): 2.061,- USD (-30,04% seit Jahresbeginn)
Bitcoin und Ethereum setzen als Risikoassets im Rahmen der Marktsituation Ihren Abschwung fort.
Stimmung / Sentiment
- Der CNN Fear & Greed Index liegt bei extremer Angst (11 von 100) und damit steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Gegenbewegung.

Wir befinden uns damit nahe historischen Tiefstständen.

Fazit
Der Krieg hat zu nachhaltigen Schäden in der Infrastruktur der Ölproduktion und den Lieferketten geführt. Selbst bei einer baldigen politischen Entspannung wird es Jahre dauern, wieder zu den alten Kapazitäten zurückzukehren.
Sollte die Straße von Hormus länger beeinträchtigt bleiben, würde sich dieser Effekt erheblich verstärken. Dann wäre nicht nur mit einem vorübergehenden, sondern mit einem spürbar höheren und länger anhaltenden Ölpreisniveau zu rechnen. Das würde den Inflationsdruck erhöhen und die Kapitalmärkte zusätzlich belasten.
Genau darin liegt derzeit das zentrale Risiko: Höhere Energiepreise können dazu führen, dass sich der Preisauftrieb erneut verfestigt. Für die Notenbanken in den USA und in Europa engt das den Spielraum für Zinssenkungen ein. Eine vorsichtige Geldpolitik bliebe dann wahrscheinlicher als ein rascher Übergang zu deutlich niedrigeren Zinsen.
Kurzfristig scheint eine Erholungsbewegung aufgrund der extrem negativen Stimmung wahrscheinlich.
Für Sommer und Herbst sind weitere Kursreaktionen nach unten jedoch nicht auszuschließen, wenn Ölpreis, Inflation und Zinserwartungen gleichzeitig belasten.
Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, Risiken im Portfolio regelmäßig zu überprüfen und starke Aktien-Übergewichtungen in Marktstärke eher abzubauen. Liquidität und Risikomanagement bleiben dabei zentral. Neue Aktienpositionen sollten bevorzugt in schwächeren Marktphasen aufgebaut werden, sofern sie zum Risikoprofil passen.
Anleihen bieten aktuell ein attraktives Preis-/Leistungsverhältnis.
Es grüßt Sie herzlich
Ihr Bijan Kholghi
Dieser Marktbericht stelle keine individuelle Anlageberatung dar, sondern dient ausschließlich Entertainment & Informationszwecken. Für eine individuelle Anlageberatung wenden Sie sich bitte persönlich an mich unter info@finanzcoach.org .
