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Aktien
Charts der letzten 12 Monate:

Wertentwicklung 2025:
| S&P 500 (USA) | + 15,92% (in USD), +2,16% (in EUR) |
| Nasdaq (Technologie) | + 19,69% (in USD), +5,50% (in EUR) |
| DAX | + 22,96% |
| MSCI Emerging Markets | + 30,64% (in USD), +15,19% (in EUR) |
Aktienentwicklungen
- Starkes Aktienjahr mit Turbulenzen im April.
- US-Technologieaktien haben den Marktanstieg angeführt, getrieben von massiven KI
Investitionen und starken Gewinnsteigerungen. - Europäische Banken überraschten mit einer außergewöhnlich starken Performance.
- Der MSCI China verzeichnete ein Plus von 36 %, während Schwellenländer (MSCI EM) um 31 % zulegten.
Ausblick
- Für den S&P 500 werden zum Jahresende 2026 Kursziele zwischen 7.500 und 7.800 Punkten prognostiziert (ca. +8-12%).
- Für den DAX wird ein Ziel von ca. 26.100 Punkten (Deutsche Bank) erwartet. Weltweit wird mit zweistelligen Kursgewinnen gerechnet.
- Das Gewinnwachstum der US-Unternehmen (EPS) wird auf 10 % bis 17% geschätzt.
- KI-Superzyklus: Das Thema KI bleibt der dominierende strukturelle Treiber, wobei die Monetarisierung der Investitionen zum entscheidenden Test für Unternehmen wird.
- Marktbreite: Im Gegensatz zu 2025 wird eine breitere Erholung erwartet, von der auch Industrietitel und Substanzwerte (Branchen wie Gesundheit, Banken und Versorger) profitieren sollten.
- Eine gesunde Sektorrotation war bereits im November und Dezember 2025 zu beobachten (Tech eher schwächer, Banken & Gesundheitstitel stark).
- Auch derzeit günstig bewertete Small & Mid Caps sollten in einem Umfeld sinkender Zinsen profitieren.
- Attraktive Sektoren für 2026 dürften auch weiterhin Unternehmen entlang der KI-Lieferkette sein (Speicherproduktion, Energie, Robotik, Bau, Industrie).
- Infrastruktur & Energie: Da die KI-Rechenzentren extrem viel Strom brauchen, profitieren „Versorger“ und Rohstoffe wie Kupfer oder Uran
- Chinesische Technologieaktien gelten aufgrund starker Gewinnprognosen ebenfalls als attraktiv.
Geldpolitik
- In den USA wurden die Zinsen seit Januar 2025 dreimal um jeweils 0,25 % reduziert auf aktuell 3,50 %–3,75 %. (zu Jahresbeginn 4,25–4,50%).
- Die US-Notenbank Fed agierte bei den Zinssenkungen etwas langsamer als vom Markt ursprünglich erwartet.
- Die EZB in Europa hat den Leitzins um 4 Schritte, von 3,00% zum Jahresbeginn auf aktuell 2,00%,
reduziert. - Die US-Notenbank hat im Dezember beschlossen, den über 3-jährigen Abbau ihrer Bilanz („Quantitative Tightening“) zu beenden und die Bilanz nicht weiter zu verkleinern. Gleichzeitig kündigte sie an, ab dem 12. Dezember wieder kurzfristige US-Staatsanleihen im Umfang von etwa 40 Milliarden USD pro Monat zu kaufen, um die Liquidität im Finanzsystem zu stabilisieren. Diese Maßnahme zielt darauf ab, ausreichende Bankreserven sicherzustellen und markttechnische Spannungen zu reduzieren, wird aber von der Fed nicht als ein klassisches, großangelegtes QE-Programm bezeichnet. Sollte es jedoch zu einer spürbaren Markt- oder Konjunkturschwäche kommen, dürfte eine gezielte Liquiditätszufuhr erfahrungsgemäß nicht lange auf sich warten lassen.

- Der Leitzins der Fed wird Ende 2026 voraussichtlich in einer Spanne zwischen 3,00 % und 3,50 % liegen (aktuell 3,50 % – 3,75%).
- Das entspricht zwei weiteren Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte bis Ende 2026.
- Die Neubesetzung des Fed-Vorsitzes Ende Mai 2026 stellt einen bedeutenden Unsicherheitsfaktor dar.
- Trump versucht, über die Abberufung von Notenbankmitglied Cook, mehr Einfluss auf die Fed zu gewinnen, bislang jedoch ohne Erfolg.
- Als Risiko gelten geplante Zinserhöhungen in Japan, die zu Kapitalabflüssen führen könnten (Unwind of the Yen-Carry-Trade)
Liquidität
- Die Liquidität im US-Bankensektor ist zuletzt deutlich angespannt gewesen, was sich in extrem niedrigen Bankenreserven und erhöhten Inanspruchnahmen der Fed-Repo-Facility zeigt; die Federal Reserve hat mehrfach größere kurzfristige Liquidität über Repo-Operationen bereitgestellt (u. a. rund $29,4 Mrd. am 31. Oktober und $16 Mrd. Ende Dezember), um Engpässe im Interbanken-Geldmarkt zu mildern.
- Die Schwäche von Bitcoin könnte als frühes Signal solcher Liquiditätsprobleme gedeutet werden, da Bitcoin besonders sensitiv auf Veränderungen der globalen Liquiditätslage und Stress im Finanzsystem reagiert.
- Die Fed wird voraussichtlich erstmals wieder Liquidität in Höhe von ca. 40 Mrd. USD pro Monat bereitstellen. Markt- und/oder Konjunkturschwäche könnte dies beschleunigen.
- Mögliche Mega-Börsengänge von Unternehmen wie SpaceX, OpenAI und Anthropic könnten dem Markt in 2026 massive Liquidität entziehen.
Anleihen / Zinsen
Die US-Zinsen sind im vergangenen Jahr insgesamt gefallen. Besonders deutlich war der Rückgang bei den kurzfristigen Renditen, die stärker unter dem Einfluss der Notenbank stehen:

Die zweijährigen US-Staatsanleihen sanken von 4,25% auf 3,48%.
Auch die langfristigen Renditen gaben nach, allerdings in geringerem Ausmaß – die zehnjährigen US-Anleihen fielen von 4,57% auf 4,16%.
Diese relative Stabilität am langen Ende deutet darauf hin, dass Marktteilnehmer die hohe Staatsverschuldung und expansive Fiskalpolitik zunehmend kritisch bewerten und mit einer höheren Risikoprämie einpreisen.
- Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen wird Ende 2026 zwischen 3,75 % und 4,35 % prognostiziert.
- Anleger werden durch eine normalisierte Zinsstrukturkurve wieder für Laufzeitrisiken entlohnt.
- Staatsanleihen können nach Abzug der Inflation wieder positive reale Renditen erzielen.
Die leicht gestiegenen Renditen deutscher Staatsanleihen spiegeln die veränderte fiskalpolitische Ausrichtung der neuen Bundesregierung wider, die mit höheren Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung plant.

2-jährige notieren bei 2,12%

10-jährige notieren bei 2,86%.
Inflation und Zölle
- Die Inflation tendierte über fast alle Regionen hinweg abwärts.
- In den USA sorgten der Renditeanstieg von April bis September (von 2,30% auf 3,00%) sowie der anschließende, längste Regierungsshutdown der Geschichte für erhebliche Verunsicherung.
- Die Dezemberdaten fielen mit 2,70% jedoch überraschend niedriger aus.

- Importzölle sind derzeit der wichtigste Treiber der US-Inflation.
- Die Kosten werden zunehmend von US-Importunternehmen getragen, nicht von den Konsumenten.
- Die Produzentenpreise in den USA sind zuletzt überraschend um –0,1 % gefallen.
- Offen bleibt, ob und wann höhere Preise an die Endverbraucher weitergegeben werden.
- Die US-Zolleinnahmen stiegen 2025 auf 188 Mrd. USD – ein Plus von 116 Mrd. USD gegenüber 2024.
- Die US-Inflation dürfte „sticky“ bleiben und sich auf einem Niveau von ca. 2,70% bis 3,00% stabilisieren. Ein Anstieg über 3,00% wäre kritisch.
- Zollkonflikt: Ein gewisser Pragmatismus („Zollfriede“) zwischen den USA und China könnte eine Eskalation vorübergehend verhindern, jedoch bleiben strategische Differenzen bei Hightech und seltenen Erden bestehen.
- Zölle werden weiterhin als indirekte Steuern wirken, welche die Profitabilität von Unternehmen unter Druck setzen könnten.
Die zukünftige Inflationserwartung in den USA (Michigan 5-Year Inflation Expectations) bezogen auf die nächsten 5 Jahre hat sich ebenfalls reduziert auf 3,20%.

Die Inflation in Europa verbleibt zuletzt bei 2,10%.

Die US-Arbeitslosenzahlen haben sich weiter erhöht auf 4,60%. Diese Entwicklung dürfte eines der größten Risiken für 2026 darstellen. Sollte die Quote weiter ansteigen, würde sich die Konjunktur wahrscheinlich abkühlen. Insbesondere Stellenstreichungen durch KI stellen ein Risiko dar.

Konjunktur
Das Bruttoinlandsprodukt in den USA konnte im dritten Quartal positiv überraschen und hat die Erwartungen übertroffen.

- Die US-Wirtschaft erwies sich als resilient, wobei das BIP-Wachstum für 2025 bei etwa 2,50% lag.
- Nach einem sehr schwachen ersten Quartal (-0,60%) übertraf das Wachstum im zweiten (+3,80%) und insbesondere im dritten Quartal (+4,30%) die Erwartungen deutlich.
- Trotz politischer Umwälzungen blieb die fundamentale Stärke der Unternehmen, insbesondere durch robuste Zahlungsströme, erhalten.
- Das reale BIP-Wachstum in den USA für 2026 wird auf 2,0 % (Bloomberg) bis 2,6 % (Goldman Sachs) geschätzt.
- Wachstumsimpulse werden durch Steuererleichterungen und Sicherheitsausgaben im Rahmen des „One Big Beautiful Bill“ (OBBB) Act erwartet.
- KI könnte die Produktivität bei Unternehmen weiter steigern.
- Gleichzeitig stellt ein weiterer Anstieg der US-Arbeitslosenquote, auch bedingt durch den Einsatz von KI, ein Konjunkturrisiko dar.
- Der US-Rezessionsindikator der New York Fed zeigt zuletzt ein gesunkenes Rezessionsrisiko von ca. 30% für 2026 (im August 2025 noch 57%).

Der ISM Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe in den USA ist im 4. Quartal weiter gesunken auf 48,20% (über 50=Expansion).

Das US-Verbrauchervertrauen hat sich nach schwachen Werten im Oktober und November leicht erholt auf 53 im Dezember.

Deutscher Industrie Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland ist im letzten Quartal weiter gefallen auf 47,7 (unter 50 = Kontraktion).

Der IFO-Index für die deutsche Wirtschaft sank im Dezember auf 87,6 nach 88,0 Punkten im November.

Die deutsche Wirtschaft bleibt zum Jahresende 2025 in einer schwachen Verfassung, getragen von verhaltener Nachfrage und hoher Unsicherheit. Das ifo Geschäftsklima ist im Dezember erneut gesunken, wobei insbesondere Industrie, Handel und Dienstleistungen pessimistisch auf das erste Halbjahr 2026 blicken. Eine breit angelegte konjunkturelle Erholung ist derzeit nicht erkennbar, das Jahr endet ohne Aufbruchstimmung.
Der China Industrie Einkaufsmanagerindex ist im November etwas gesunken auf 49.90 (über als 50 = Wachstum). Sonst waren das dritte und vierte Quartal recht robust.

US-Unternehmensergebnisse
- Die angekündigte Zollpolitik der US-Regierung hatte geringere negative Auswirkungen auf die Unternehmensbilanzen und Gewinnrechnungen als befürchtet.
- Innovationen und Investitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz fungierten als Gegengewicht zur Marktvolatilität, die durch Handelszölle ausgelöst wurde.
Folgende Grafik zeigt das Gewinnwachstum im S&P500 in den letzten 5 Jahren (+ Prognose), jeweils im Vergleich zum Vorjahr. (Quelle: gurufocus.com / S&P Dow Jones Indices)

Für 2026 wird mit einem weiterhin starken Gewinnwachstum von ca. 17% gerechnet.
Entwicklungen im KI-Sektor
- Google intensiviert seine KI-Offensive: Mit Gemini 3, inklusive Pro- und Flash-Varianten, bringt Google ein neues multimodales Top-Modell auf den Markt und integriert es u. a. direkt in Such- und Entwickler-Tools. Zudem launched Google Antigravity als KI-gestützte Entwicklungsumgebung für autonome Agenten.
- Warren Buffett investiert signifikant in Alphabet/Google: Berkshire Hathaway hat Google-Aktien im Umfang von mehreren Milliarden USD gekauft, getrieben durch Vertrauen in Googles KI-Strategie und Infrastruktur-Ausbau zur KI-Rechenleistung.
- OpenAI reagiert auf Konkurrenzdruck: OpenAI hat GPT-5.1 veröffentlicht und im Dezember mit GPT-5.2 ein weiter verbessertes Modell nachgelegt; der CEO rief intern „Code Red“, um der Wettbewerbsintensität mit Google entgegenzuwirken.
- Anthropic setzt Maßstäbe beim Coding: Anthropic brachte Claude Opus 4.5 heraus, das in Benchmark-Tests bei Coding-Aufgaben führend ist und im Markt starken Gegenwind für Google und OpenAI erzeugt.
- AI-Fokus verschiebt sich zu spezialisierten Agenten und Produktivitäts-Tools: Neben Basismodellen stehen modulare, anpassbare „Agent Skills“ und spezialiserte KI-Agenten im Vordergrund, die Workflows automatisieren und Entwicklern Effizienzgewinne bringen sollen.
- Große Tech-Konzerne diversifizieren KI-Investitionen: Meta erwirbt die autonome KI-Agent-Firma Manus für über $2 Mrd., um Kompetenzen in KI-Agenten und autonome Assistenz zu stärken; auch Microsoft strukturiert Führung und Strategie um, um KI-Führerschaft weiter auszubauen.
- Rechtlicher Gegenwind wächst: Autoren verklagen mehrere große KI-Unternehmen wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen beim Training großer Modelle – ein Zeichen dafür, dass regulatorische und rechtliche Themen im KI-Sektor an Bedeutung gewinnen.
Zusammengefasst zeigen sich in den letzten drei Monaten eine hohe Innovationsdynamik, intensivierte Konkurrenz zwischen führenden Anbietern und große Kapitalallokationen durch Investoren.
Softwareentwickler berichten von einem außergewöhnlichen Innovationssprung in den vergangenen zwölf Monaten: KI-Systeme übernehmen zunehmend große Teile der Code-Erstellung, optimieren diesen selbstständig und entwickeln ihre Fähigkeiten iterativ weiter, was in der Entwickler-Community auf breite Begeisterung stößt (Anthropics Claude Code – Opus 4.5).
Folgende Grafik zeigt ein dichtes Finanz- und Liefernetzwerk rund um den KI-Sektor, mit Nvidia und OpenAI als zentrale Knoten.

Aktuell stehen einem Investitionsvolumen von rund 400 Milliarden US-Dollar lediglich etwa 60 Milliarden US-Dollar Gewinn gegenüber. Entscheidend wird sein, ob künftige Gewinnsteigerungen diese Vorleistungen rechtfertigen – und welche Akteure den Wettbewerb letztlich für sich entscheiden.
Gold / Silber

- Gold und Silber waren in 2025 die am besten performenden Anlagen.
- Gold markierte im Jahresverlauf mehrfach neue Allzeithochs und stieg in der Spitze auf über 4.500 USD je Feinunze.
- Silber legte ebenfalls deutlich zu und erreichte zwischenzeitlich Kurse von bis zu 82,50 USD.
- Auch weitere Metalle wie Palladium, Platin, Kupfer und Nickel entwickelten sich im Jahresverlauf sehr positiv.
Entwicklung seit Jahresbeginn:
Gold: aktuell 4.341 USD +64,5% (in USD) seit Jahresbeginn
Silber: aktuell 70,61 USD +140,5% (in USD) seit Jahresbeginn
- Gold wurde insbesondere von Notenbanken verstärkt als sicherer Hafen und als Alternative zum US-Dollar genutzt und festigte damit seine Rolle als realer Wertspeicher.
- Silber profitiert hingegen vor allem von einer robusten industriellen Nachfrage – etwa aus den Bereichen Elektromobilität, Batterietechnik und Elektronik – bei gleichzeitig begrenztem Angebot. Zusätzlich stützend wirkt, dass China zuletzt die Ausfuhr von Silber eingeschränkt hat.
- Kurzfristig sind Rücksetzer nach solch einem starken Anstieg wahrscheinlich. Langfristig (2-5 Jahre) könnte der Trend steigender Preise bei Edelmetallen angesichts weiter steigender Staatsverschuldungen anhalten.
Rohstoffe
- Die Ölpreise standen hingegen unter Druck und tendierten im Jahresverlauf schwächer, vor allem aufgrund gestiegener Fördermengen.

WTI Crude Oil: 57,52 USD (ca. -20% in 2025)
Nach dem Erreichen eines Preistiefs von rund 55 US-Dollar Mitte Dezember mehren sich nun Anzeichen einer möglichen Bodenbildung.
Die Wahrscheinlichkeit eines höheren Ölpreises im Jahr 2026 ist daher nicht gering – mit entsprechendem Aufwärtsdruck auf die Inflationsraten.
Währungen
US-Dollar
- Der US-Dollar verzeichnete im ersten Halbjahr 2025 einen seiner stärksten Wertverluste der letzten 50 Jahre.

Der US Dollar Index (Korb aus: 57,6% EUR, 13,6% JPY, 11,9% GBP, 9,1% CAD, 4,2% SEK, 3,6% CHF) hat im vergangenen Jahr ca. 9,45% nachgegeben. Haupttreiber waren rückläufige US-Zinserwartungen infolge einer nachlassenden Inflation sowie die Aussicht auf geldpolitische Lockerungen durch die US-Notenbank, wodurch der Zinsvorteil des US-Dollars gegenüber anderen Währungen schrumpfte. Zusätzlich belasteten das hohe US-Haushaltsdefizit und die stark steigende Staatsverschuldung das Vertrauen in den Dollar, während sich alternative Währungsräume – insbesondere Europa und ausgewählte Schwellenländer – konjunkturell stabilisierten.
- Die Einschätzung für den US-Dollar bleibt für 2026 überwiegend bearish.
- Der Euro wird gegenüber dem Dollar stärker eingeschätzt, mit Kurszielen zwischen 1,15 und 1,20 EUR/USD.
- Strukturelle Belastungen für den Dollar sind das anhaltend hohe US-Haushaltsdefizit sowie die sinkenden Zinsen.
EURO / USD
1.175 USD (ca. +13,5% seit Jahresbeginn)
Der Euro legte im vergangenen Jahr gegenüber dem US-Dollar zu, begünstigt durch die Abschwächung des Dollars infolge sinkender US-Zinserwartungen und eine insgesamt vorsichtigere geldpolitische Lockerung in den USA. Unterstützend wirkten zudem die stabilere außenwirtschaftliche Lage der Eurozone und rückläufige Energiepreise.
Kryptowährungen / Blockchain Technologie

Bitcoin (BTC): 89.000,- USD (-6,2% seit Jahresbeginn)
Ethereum (ETH): 2.995,- USD (-10,7% seit Jahresbeginn)
Bitcoin zeigte im vergangenen Jahr nicht den typischen, steilen Preisanstieg in den Monaten November und Dezember, der häufig am Ende des vierjährigen Zyklus zu beobachten ist. Diese Aufwärtsbewegung verlagerte sich stattdessen auf Gold und Silber. Seit Oktober korrigierte der Bitcoin-Preis deutlich um rund 30% und schloss das Jahr mit einer enttäuschenden negativen Wertentwicklung ab.
Als Belastungsfaktoren galten vor allem die angespannte Liquidität im Finanzsystem sowie verstärkte Gewinnmitnahmen früher Investoren. Bitcoin wird von vielen Investoren als Frühwarnsystem für Liquiditätsentwicklungen gesehen.
Damit ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass Bitcoin in das zyklisch typische „Bärenmarktjahr“ eingetreten ist, in dem auch 2026 mit anhaltender Preisschwäche zu rechnen ist. Gleichzeitig könnten sich im weiteren Jahresverlauf 2026 wieder attraktivere Einstiegsniveaus ergeben.
Stimmung / Sentiment
- Der CNN Fear & Greed Index liegt im neutralen Bereich (49) und bietet damit grundsätzlich Raum für weiter steigende Märkte.

Am 20. November wurde ein extremer Angstwert von 5 gemessen; danach konnte sich die Stimmung dann wieder beruhigen.

- Die Barreserven professioneller Investoren sanken zum Jahresende auf ein historisches Rekordtief von 3,3%. Ein derart hohes Investitionsniveau erwies sich in der Vergangenheit häufig als Kontraindikator und ging eher mit schwächeren Marktphasen einher.
- Die Prognosen der Bankhäuser für 2026 sind durchweg optimistisch, was aus Sentiment-Sicht ebenfalls zur Vorsicht mahnt.
- In den USA stehen 2026 die Zwischenwahlen an (Midterm Election Year). Historisch verliefen Zwischenwahljahre an den Aktienmärkten unterdurchschnittlich.
- Manche Verwalter (Dr. Jens Erhard) warnen vor einer möglichen Korrektur im Frühjahr („Sell in May“).
Fazit
Die Ausgangslage für das Jahr 2026 ist insgesamt konstruktiv. Die US-Wirtschaft zeigt sich weiterhin robust, Unternehmensgewinne entwickeln sich solide und die bislang veröffentlichten Konjunkturdaten deuten nicht auf eine unmittelbar bevorstehende Rezession hin. Zudem birgt der fortschreitende Einsatz künstlicher Intelligenz erhebliches Potenzial für weitere Produktivitätsgewinne, Effizienzsteigerungen und strukturelles Wachstum in zahlreichen Branchen. Unterstützend wirken darüber hinaus ein sinkendes Zinsniveau und die Aussicht auf eine grundsätzlich marktfreundliche Geld- und Fiskalpolitik.
Zudem spricht vieles für eine Verbreiterung des Aufschwungs. Nach dem stark technologiegetriebenen Marktumfeld der vergangenen Jahre könnten 2026 vermehrt bislang zurückgebliebene Sektoren wie Gesundheitswesen, Banken und Versorger profitieren, insbesondere in einem Umfeld sinkender Zinsen und stabiler Konjunktur. Auch Small- und Mid-Caps bieten aufgrund attraktiverer Bewertungen und ihrer höheren Zinssensitivität Potenzial für eine relative Aufholbewegung.
Ebenfalls attraktiv für 2026 erscheinen Unternehmen in der KI-Lieferkette (Speicherproduktion, Energie, Robotik, Bau, Industrie, Kupfer, Uran) sowie chinesische Technologieunternehmen.
Gleichzeitig bleiben Risiken bestehen: Eine mögliche konjunkturelle Abkühlung in den USA, steigende Arbeitslosigkeit, Unsicherheiten rund um die Monetarisierung von KI-Investitionen, politische Faktoren wie die US-Zwischenwahlen sowie potenzielle Liquiditätsabflüsse durch große Börsengänge könnten jederzeit zu spürbarer Volatilität führen. Kursrückgänge im Bereich von 10–25% sind daher auch 2026 nicht unwahrscheinlich.
Erfahrungsgemäß dürften solche Schwächephasen jedoch erneut mit geld- und fiskalpolitischen Stützungsmaßnahmen beantwortet werden und damit Chancen für langfristig orientierte Anleger eröffnen.
Ich wünsche Ihnen viel Gesundheit für 2026!
Ihr Bijan Kholghi Dieser Marktbericht stelle keine individuelle Anlageberatung dar, sondern dient ausschließlich Entertainment & Informationszwecken. Für eine individuelle Anlageberatung wenden Sie sich bitte
