KI-resistente Branchen: Diese Sektoren sind in den nächsten 5 Jahren am wenigsten von künstlicher Intelligenz betroffen

Investoren interessieren sich immer mehr für KI-resistente Branchen. Künstliche Intelligenz verändert die Wirtschaft in rasantem Tempo. Software-Aktien stecken Anfang 2026 in einem Bärenmarkt, und der Begriff „SaaSpocalypse“ macht an der Wall Street die Runde. Doch nicht alle Branchen trifft es gleich hart. Einige Sektoren sind durch ihre Struktur so gut geschützt, dass KI dort kaum das Geschäftsmodell bedroht.

Dieser Artikel zeigt dir, welche Branchen in den nächsten fünf Jahren am wenigsten durch KI beeinflusst werden und warum das so ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • KI-Disruption trifft vor allem Branchen, deren Wertschöpfung auf Wissensarbeit und digitalen Prozessen basiert. Physische Vermögenswerte, Regulierung und lange Investitionszyklen wirken als natürlicher Schutzschild.
  • Versorger (Utilities), Immobilien, Energie, Grundstoffe und Basiskonsumgüter erhalten in allen analysierten Studien die niedrigsten Disruptions-Scores (2 bis 4 von 10).
  • KI wirkt in diesen Sektoren vor allem als Effizienz-Werkzeug, nicht als Bedrohung für das Kerngeschäft. Stromnetze, Gebäude und Ölplattformen lassen sich nicht durch Software ersetzen.
  • Für Anleger bedeutet das: Wer sein Portfolio gegen KI-Risiken absichern möchte, findet in diesen Sektoren strukturell geschützte Bereiche.
  • Aber Vorsicht: Geringes Disruptions-Risiko bedeutet nicht automatisch hohe Rendite. Bewertung, Zinsen und Konjunkturzyklen bleiben entscheidend.

Warum manche Branchen vor KI geschützt sind

Nicht jede Branche ist gleich anfällig für KI-Disruption. Ob ein Sektor betroffen ist, hängt von drei entscheidenden Faktoren ab.

Das bedeutet konkret:

Der erste Faktor ist die Nähe zur physischen Welt. Branchen, deren Wertschöpfung auf realen Vermögenswerten beruht, sind schwer zu disruptieren. Ein KI-Modell kann keine Kupfermine betreiben, kein Stromnetz ersetzen und kein Gebäude abreißen. Je physischer ein Geschäftsmodell, desto geringer die KI-Bedrohung.

Der zweite Faktor ist Regulierung. Stark regulierte Branchen verändern sich langsamer. Genehmigungsverfahren, Sicherheitsauflagen und behördliche Aufsicht bremsen jede technologische Revolution. Das gilt für Versorger, Energie und Teile des Gesundheitswesens besonders stark.

Der dritte Faktor ist die Art der Arbeit. Branchen mit hohem Anteil an körperlicher Arbeit sind weniger betroffen als solche mit überwiegend wissensbasierter Arbeit. Laut Studien von Goldman Sachs sind bei physischen Berufen wie im Bau nur etwa 6 Prozent der Aufgaben automatisierbar. Bei wissensintensiven Bürotätigkeiten liegt der Anteil deutlich höher.

So funktioniert das Ranking: Der KI-Disruptions-Score

Alle hier vorgestellten Ergebnisse basieren auf einer Analyse der 11 GICS-Sektoren. GICS (Global Industry Classification Standard) ist die Branchenklassifikation von MSCI und S&P, die auch den meisten Sektor-ETFs zugrunde liegt. Jeder Sektor erhält einen Score von 1 (kaum betroffen) bis 10 (stark betroffen).

Die folgende Tabelle zeigt die Übersicht. Im Anschluss erklären wir die am wenigsten betroffenen Branchen im Detail.

BrancheKI-Disruptions-ScoreKI-Rolle
Versorger (Utilities)2/10Effizienz-Werkzeug und Nachfrage-Profiteur
Immobilien (Real Estate)3/10Effizienz-Werkzeug, Maklerbereich teilweise betroffen
Energie (Energy)3/10Effizienz-Werkzeug und Nachfrage-Profiteur
Grundstoffe (Materials)4/10Optimierung im Betrieb, potenziell disruptiv in der Forschung
Basiskonsumgüter (Consumer Staples)4/10Effizienz-Werkzeug, aufkommende Risiken durch KI-Shopping-Agenten
Industrie (Industrials)5/10Gemischt: Fertigung geschützt, Logistik und Services exponiert
Gesundheitswesen (Health Care)6/10Wirkstoffforschung transformativ, klinische Versorgung regulatorisch geschützt
Nicht-Basiskonsumgüter (Consumer Discretionary)7/10Personalisierung im Handel und Content-Erstellung stark betroffen
Finanzwesen (Financials)7,5/10Wissensarbeit steht unter systematischem Transformationsdruck
Kommunikationsdienste (Communication Services)8/10Plattformen profitieren, traditionelle Medien vor existenzieller Bedrohung
Informationstechnologie (IT)9/10Gleichzeitig größter Gewinner und größter Verlierer

Geschützt vs. exponiert: Der Kern-Unterschied auf einen Blick

Die Analyse zeigt ein klares Muster. Auf der einen Seite stehen Branchen, die in der physischen Welt verankert sind. Auf der anderen Seite stehen Branchen, deren Wertschöpfung auf Wissensarbeit und digitalen Prozessen basiert. Die folgende Gegenüberstellung macht den Unterschied greifbar.

Niedrig betroffen (Score 2-4)Hoch betroffen (Score 7-9)
Wertschöpfung basiert aufPhysischen Vermögenswerten, Rohstoffen, InfrastrukturWissensarbeit, Datenverarbeitung, Content-Erstellung
Typische SchutzfaktorenRegulierte Monopole, lange Investitionszyklen, körperliche ArbeitWenig reguliert, schnelle Produktzyklen, hoher Anteil Büroarbeit
Rolle von KIEffizienz-Werkzeug, das Kosten senkt und Abläufe verbessertGeschäftsmodell-Veränderer, der Wettbewerbsdynamik umwälzt
Beispiel-SektorenVersorger, Energie, GrundstoffeIT, Kommunikationsdienste, Finanzwesen
Anteil automatisierbarer AufgabenCa. 4-6 % bei physischen Berufen (Goldman Sachs)Bis zu 73 % der Arbeitszeit im Bankensektor (Accenture)

Das bedeutet konkret:

Die Trennlinie verläuft entlang der Frage: Wie weit ist eine Branche von der physischen Realität entfernt? Versorger, die Stromnetze betreiben, sitzen am einen Ende. Software-Unternehmen, deren gesamtes Produkt aus Code besteht, am anderen. Dieses Muster bestätigen unabhängig voneinander Analysen von McKinsey, Goldman Sachs und Morgan Stanley sowie Untersuchungen des IWF zur KI-Exposition am Arbeitsmarkt.

Die fünf KI-resistentesten Branchen im Detail

Im Folgenden schauen wir uns die fünf Branchen an, die in den nächsten fünf Jahren am wenigsten durch Künstliche Intelligenz beeinflusst werden. Für jede Branche erklären wir, warum der Schutz besteht und wo KI dennoch eine Rolle spielt.

Versorger: Der bestgeschützte Sektor überhaupt (Score 2/10)

Versorger (auf Englisch „Utilities“) stehen an der Spitze der KI-resistenten Branchen. Der Grund liegt in einer Kombination aus reguliertem Monopolstatus, gigantischer physischer Infrastruktur und Naturgesetzen, die kein Algorithmus aushebeln kann.

Stromnetze, Kraftwerke und Übertragungsleitungen kosten hunderte Milliarden. Ein Kraftwerk hat eine Lebensdauer von 30 bis 60 Jahren. Die Lieferzeiten für Transformatoren haben sich seit 2022 vervierfacht. Öffentliche Versorgungskommissionen regulieren die Rendite, die Versorger erwirtschaften dürfen. KI ändert daran nichts.

Wichtig zu wissen:

KI dient in diesem Sektor vor allem als Optimierungswerkzeug für Netzsteuerung, vorausschauende Wartung und Nachfrageprognosen. Noch wichtiger: Versorger profitieren sogar von KI, weil Rechenzentren enorme Mengen Strom benötigen. Der Energieverbrauch von Rechenzentren soll bis 2030 auf 945 Terawattstunden steigen, mehr als das Doppelte von 2024.

Goldman Sachs hat Versorger Anfang 2026 ausdrücklich als einen der Sektoren identifiziert, die am besten vor KI-bedingten Produktivitätsrisiken geschützt sind.

Immobilien: Standort bleibt Standort (Score 3/10)

Der Wert von Immobilien ist an physische Standorte gebunden. Diese Eigenschaft lässt sich nicht digitalisieren. Gebäude halten 30 bis über 100 Jahre, Bauvorhaben erfordern enormes Kapital, und Bebauungspläne, Bauvorschriften und Mieterschutz schaffen eine regulatorische Komplexität, die von Standort zu Standort unterschiedlich ist.

KI hilft bei der Mieterkommunikation, der Bewertung von Objekten und der Optimierung der Gebäudeverwaltung. Laut einer Studie von JLL aus dem Jahr 2024 erwarten über 90 Prozent der gewerblichen Immobilienunternehmen, dass KI innerhalb der nächsten fünf Jahre ihre Abläufe unterstützen wird. Morgan Stanley schätzt, dass etwa 37 Prozent der Aufgaben im Immobilienmanagement automatisierbar sind.

Praxis-Tipp:

Ein besonderer Blick lohnt sich auf Rechenzentrum-REITs (Real Estate Investment Trusts). Unternehmen wie Digital Realty oder Equinix profitieren direkt vom KI-Boom, weil sie die physische Infrastruktur bereitstellen, die KI-Systeme zum Laufen brauchen. Innerhalb des Immobiliensektors sind sie klare KI-Gewinner.

Energie: Schwere Infrastruktur als Schutzwall (Score 3/10)

Der Energiesektor teilt den physischen Schutzschild der Versorger und ergänzt ihn um geopolitische Komplexität und Rohstoffmarkt-Dynamik. Offshore-Plattformen, Raffinerien und Pipeline-Netzwerke repräsentieren Investitionen in Höhe von hunderten Milliarden. Projekte kosten Milliarden und brauchen 5 bis 10 Jahre Entwicklungszeit.

KI verbessert hier die Effizienz bei der Exploration, vorausschauenden Wartung und beim Handel. ADNOC, der Energiekonzern aus Abu Dhabi, lancierte Ende 2024 „ENERGYai“ als weltweit erste maßgeschneiderte KI-Agenten-Lösung für die Energiebranche. Solche Anwendungen sind eindrucksvoll, verändern aber nicht, wer in diesem Sektor gewinnt.

Wichtig zu wissen:

Die größte strukturelle Unsicherheit für den Energiesektor kommt in den nächsten fünf Jahren nicht von KI, sondern von der Energiewende und politischen Entscheidungen. KI ist dort eher ein Hilfsmittel als eine Bedrohung. Gleichzeitig profitiert der Sektor davon, dass KI-Infrastruktur zuverlässige Energiequellen rund um die Uhr benötigt. Die steigende Nachfrage durch Rechenzentren hat in manchen Regionen sogar die Stilllegung von Kohle- und Gaskraftwerken verzögert.

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Grundstoffe: Geologische Grenzen schlagen Algorithmen (Score 4/10)

Bei Grundstoffen wie Kupfer, Stahl oder Chemikalien bestimmen Geologie, Chemie und globale Nachfrage das Geschäft. Eine Mine zu erschließen kostet Milliarden und dauert 10 bis 20 Jahre. Der erwartete Kupfer-Engpass von 9,9 Millionen Tonnen bis 2035 zeigt: Physische Knappheit bleibt der bestimmende Faktor.

KI liefert hier beeindruckende Ergebnisse als Werkzeug. Das KI-Unternehmen KoBold Metals nutzte maschinelle Lernverfahren, um die Kupferlagerstätte Mingomba in Sambia zu entdecken. Die Erfolgsquote bei Bohrungen stieg damit auf etwa 75 Prozent, verglichen mit einem Branchendurchschnitt von 0,5 Prozent.

Trotzdem bleibt die Disruption begrenzt. Nur etwa 25 bis 35 Prozent der Belegschaft im Grundstoffsektor verrichten Wissensarbeit. Der Rest arbeitet physisch in Minen, Fabriken und Laboren. KI verändert, welche Produzenten effizienter arbeiten, aber nicht, ob die Welt Kupfer und Stahl braucht.

Basiskonsumgüter: Zahnpasta kann kein Algorithmus ersetzen (Score 4/10)

Basiskonsumgüter umfassen alles, was Menschen täglich brauchen: Lebensmittel, Getränke, Haushaltsprodukte, Körperpflege. Die Nachfrage ist weitgehend unelastisch. Ob KI existiert oder nicht, Menschen essen, trinken und putzen sich die Zähne.

Marken wie Coca-Cola, Procter & Gamble und Nestlé haben über Jahrzehnte Markenbekanntheit aufgebaut, die Algorithmen nicht einfach aushebeln können. Laut McKinsey setzten 2024 bereits 71 Prozent der Konsumgüter-Führungskräfte KI in mindestens einem Geschäftsbereich ein, verglichen mit 42 Prozent im Vorjahr. Mondelēz verkürzt mithilfe generativer KI die Produktentwicklung um bis zu 80 Prozent.

Achtung:

Ein aufkommendes Risiko sind sogenannte KI-Shopping-Agenten. Das sind KI-Systeme, die Kaufentscheidungen für Verbraucher treffen, basierend auf Preis, Nährwert und Bequemlichkeit statt auf Markenpräferenz. PwC bezeichnet dies als „die bedeutendste Veränderung“ im Konsumgüterbereich. Allerdings bleibt dieses Szenario bis 2030 eher spekulativ, da das Kaufverhalten bei Alltagsprodukten tief in Gewohnheiten verankert ist.

Industrie: Der Sektor mit der größten Bandbreite (Score 5/10)

Der Industriesektor ist der Mittelfeldspieler in diesem Ranking. Er enthält sowohl stark geschützte als auch deutlich exponierte Teilbereiche.

Auf der geschützten Seite stehen Luft- und Raumfahrt, schwerer Maschinenbau und Bauwesen. Strenge Sicherheitszertifizierungen, lange Produktzyklen und massive physische Kapitalanforderungen bremsen jede schnelle Veränderung. Laut Mitsubishi Electric hatten 2024 nur etwa eine von 1.000 Fertigungsanlagen erfolgreich fortgeschrittene KI-Lösungen implementiert.

Auf der exponierten Seite stehen Logistik und gewerbliche Dienstleistungen. Autonome Lagerhäuser, KI-gesteuerte Routenoptimierung und langfristig autonome Lieferung verändern diese Bereiche fundamental. Morgan Stanley identifizierte, dass über 50 Prozent der als „disruptiert“ eingestuften Unternehmen im Industriesektor aus den Bereichen Logistik, Mobilität und Lieferketten stammen.

Was bedeutet das für dein Portfolio?

Wenn du KI-Disruptions-Risiken in deinem Portfolio reduzieren möchtest, bieten die vorgestellten Sektoren eine strukturelle Grundlage. Die Formel ist relativ einfach: Je weiter eine Branche von der physischen Realität entfernt ist, desto stärker trifft sie KI-Disruption.

Die fünf am wenigsten betroffenen Sektoren, also Versorger, Immobilien, Energie, Grundstoffe und Basiskonsumgüter, schöpfen ihren Wert aus physischen Vermögenswerten, regulierter Infrastruktur oder greifbaren Produkten. Die am stärksten betroffenen Sektoren konzentrieren sich auf Wissensarbeit, Datenverarbeitung und Content-Erstellung.

Goldman Sachs identifizierte Anfang 2026 Hausbauer, Immobilien und Transportunternehmen ausdrücklich als Zufluchtsorte für Kapital, das vor KI-bedingten Produktivitätsrisiken im Softwarebereich flüchtet. McKinsey schätzt, dass generative KI jährlich 2,6 bis 4,4 Billionen US-Dollar an wirtschaftlichem Wert erzeugen könnte. 75 Prozent davon entfallen auf vier Funktionen: Kundenbetreuung, Marketing und Vertrieb, Softwareentwicklung und Forschung. Das sind genau die Bereiche, in denen die am stärksten betroffenen Sektoren ihre Wertschöpfung konzentrieren.

Praxis-Tipp:

Für die praktische Umsetzung kannst du breit gestreute Sektor-ETFs nutzen. Die meisten großen Anbieter wie SPDR, Vanguard und iShares bieten ETFs an, die jeweils einen GICS-Sektor abbilden. So lässt sich ein Portfolio gezielt in Richtung KI-resistenter Branchen gewichten, ohne einzelne Aktien auswählen zu müssen. Wie du dabei das Risiko richtig einschätzt, erfährst du in unserem Ratgeber zu den verschiedenen Risikoklassen bei der Geldanlage.

Warum KI-Resistenz allein kein Anlageargument ist

So hilfreich das Disruptions-Ranking für die Einschätzung struktureller Risiken ist, als alleinige Grundlage für Anlageentscheidungen reicht es nicht. Drei typische Denkfehler solltest du kennen.

Denkfehler 1: „Wenig Disruption = hohe Rendite.“ Das stimmt nicht. Versorger und Basiskonsumgüter sind zwar strukturell geschützt, aber ihre Renditen hängen weiterhin stark von Zinsentwicklung, Diversifikation im Portfolio und Bewertungsniveaus ab. In einem Umfeld steigender Zinsen können Versorger-Aktien deutlich fallen, obwohl ihr Geschäftsmodell intakt bleibt.

Denkfehler 2: „Dieser Trade ist noch geheim.“ Goldman Sachs hat die Rotation in physische Sektoren bereits Anfang 2026 öffentlich beschrieben. Wenn sich viele Anleger gleichzeitig in dieselben „sicheren“ Branchen drängen, steigen die Bewertungen und das zukünftige Renditepotenzial sinkt. Die OECD hat in ihrer Analyse zu KI und Arbeitsmärkten ebenfalls darauf hingewiesen, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen von KI komplexer sind als einfache Branchen-Rankings vermuten lassen.

Denkfehler 3: „Diese Schutzwälle halten ewig.“ Regulierung bremst Disruption, verhindert sie aber nicht dauerhaft. Die FDA beschleunigt bereits die Zulassung von KI-Medizinprodukten, und die KI-Ausgaben im Finanzsektor sollen laut Prognosen von 35 Milliarden US-Dollar (2023) auf 97 Milliarden US-Dollar bis 2027 steigen. Was heute als geschützt gilt, kann in fünf bis zehn Jahren deutlich exponierter sein.

Das bedeutet konkret:

Das Ranking ist ein wertvolles Werkzeug, um strukturelle Risiken zu verstehen. Aber eine fundierte Anlagestrategie berücksichtigt immer auch Bewertung, Diversifikation und den eigenen Anlagehorizont. KI-Resistenz ist ein Puzzleteil, nicht das ganze Bild.

KI-resistente Sektoren – ETF-Übersicht

Hier eine nicht abschließende Liste von interessanten ETFs zur Beimischung von KI-resistenten Sektoren in Ihrem Portfolio.

SektorFokusETF-NameWKNTER
VersorgerGlobalXtrackers MSCI World Utilities UCITS ETF 1CA113FJ0,25 %
VersorgerEuropaiShares STOXX Europe 600 Utilities UCITS ETF (DE)A0Q4R00,47 %
Energie & InfrastrukturEnergieXtrackers MSCI World Energy UCITS ETF 1CA113FF0,25 %
Energie & InfrastrukturInfrastrukturiShares Global Infrastructure UCITS ETF USD (Dist)A0LEW90,65 %
BasiskonsumgüterGlobalXtrackers MSCI World Consumer Staples UCITS ETF 1CA113FG0,25 %
BasiskonsumgüterEuropaiShares MSCI Europe Consumer Staples Sector UCITS ETF EUR (Acc)A2QBZ20,18 %

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Branchen sind am wenigsten durch KI betroffen?

Versorger (Utilities), Immobilien, Energie, Grundstoffe und Basiskonsumgüter erhalten in unabhängigen Analysen durchweg die niedrigsten KI-Disruptions-Scores. Ihr Schutz basiert auf physischen Vermögenswerten, starker Regulierung und langen Investitionszyklen, die KI nicht aushebeln kann.

Bedeutet „KI-resistent“, dass diese Branchen gute Investments sind?

Nicht zwangsläufig. Ein geringes Disruptions-Risiko ist nur ein Faktor unter vielen. Bewertungen, Zinsentwicklung, Rohstoffpreise und Konjunkturzyklen beeinflussen die Rendite mindestens ebenso stark. KI-Resistenz schützt vor einem bestimmten Risiko, garantiert aber keine überdurchschnittlichen Erträge.

Was sind GICS-Sektoren und warum sind sie für ETFs relevant?

GICS steht für Global Industry Classification Standard. Diese Klassifikation von MSCI und S&P teilt die Wirtschaft in 11 Sektoren ein. Die meisten Sektor-ETFs basieren auf dieser Einteilung, was eine gezielte Anlage in einzelne Branchen ermöglicht. Wer unsicher ist, welches Risikoprofil zum eigenen Anlagestil passt, findet Orientierung in unserem Überblick zu den Risikoklassen bei Geldanlagen.

Profitieren einige „geschützte“ Branchen sogar von KI?

Ja. Versorger und Teile des Energiesektors profitieren direkt, weil KI-Systeme enorme Mengen Strom benötigen. Rechenzentren sollen bis 2030 ihren Energieverbrauch mehr als verdoppeln. Auch Rechenzentrum-REITs im Immobiliensektor gehören zu den klaren KI-Gewinnern.

Wie hoch ist der KI-Disruptions-Score von Finanzwesen und IT?

Das Finanzwesen erhält einen Score von 7 bis 7,5 von 10. Rund 73 Prozent der Arbeitszeit im Bankensektor könnten laut Accenture durch generative KI beeinflusst werden. Die Informationstechnologie liegt mit 9 von 10 am höchsten. Dort erleben Software-Unternehmen bereits jetzt massive Kurseinbrüche, während Halbleiterhersteller gleichzeitig zu den größten Gewinnern zählen.

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