Was tun in einem Bärenmarkt? – So handeln Sie wie ein Profi.
Ein Bärenmarkt (auch französisch Baisse) ist definiert als Börsenphase in der die Kurse längere Zeit fallen (über 20% vom letzten Hoch).
Um unsere Verhaltensimpulse in einem Bärenmarkt, besser zu verstehen, ist es hilfreich, unsere Prozesse im Gehirn zu kennen.
Was passiert in unserem Gehirn bei einem Bärenmarkt?
Schmerzzentren werden getriggert
Mittlerweile weiß man, dass bei finanziellen Verlusten die gleichen Areale im Gehirn getriggert werden wie bei körperlichem Schmerz. Daher fällt es uns so schwer in einem Bärenmarkt temporäre Schwankungen nach unten auszuhalten.
Fluchtreflex wird aktiviert
Dies aktiviert unseren Fluchtreflex und wir möchten nichts lieber als verkaufen. Das erklärt den Herdentrieb von Privatanlegern, die im Bärenmarkt meist in Panik verkaufen und viel Geld verlieren.
Fokus auf negative Nachrichten
In diesem Angstzustand fokussiert unser Gehirn insbesondere auf negative Nachrichten, die uns in unserem Vorhaben bestärken. Da sich negative Nachrichten ohnehin besser verkaufen, findet auch von Seiten der Medien im Bärenmarkt eine einseitige negative Berichterstattung statt.
So schlimm war es noch nie
Diese Fokussierung auf Negatives lässt in uns den subjektiven Eindruck entstehen, dass es in der Vergangenheit noch nie so schlimm und ungewiss gewesen sein muss wie aktuell. Dies verstärkt unseren Wunsch zu verkaufen und zunächst von der Seitenlinie aus abwarten zu wollen.
Wunsch nach aktivem Markttiming
In der Rückschau wünschen wir uns doch nur am Höchststand, als die Kurse noch gut standen, verkauft zu haben. So hätten wir die Verluste vermeiden und jetzt wieder günstig einsteigen können.
Keine Angst im Bärenmarkt!

Gerade jetzt bin ich als Ihr Finanzcoach gefragt.
Denn in diesen Phasen verlieren Privatanleger durch emotionales Handeln das meiste Geld.
Erfolgsstrategien der Profis
Folge der Emotion = unterdurchschnittliche Renditen
Folgen wir unseren archaischen Programmen im Gehirn, handeln wir prozyklisch und emotional.
Alle wissenschaftlichen Studien und Auswertungen zeigen, dass solch prozyklisches Handeln weit unterdurchschnittliche Renditen hervorbringt. Die meisten Privatanleger haben diese schmerzliche Erfahrung bereits selbst machen müssen.
Profis handeln nach wissenschaftlichen Erkenntnissen und wiederstehen diesen emotionalen Impulsen.
Fallende Börsen sind Kaufgelegenheiten
Börsenprofis nutzen die Angst der Privatanleger und kaufen in fallenden Börsen günstiger ein. Damit handeln Sie antizyklisch.
Wenn es im Supermarkt oder Autohaus Ihrer Wahl auf einmal 25% Preisrabatt gibt, sind Sie wahrscheinlich eher geneigt dort einzukaufen oder?
Warum also nicht an der Börse?
Den Tiefpunkt trifft man nie
Experten finden sich damit ab, dass es unrealistisch ist den Tiefpunkt einer Abwärtsbewegung zu treffen. Daher kaufen Sie sukzessive in die Abwärtsbewegung ein mit dem Wissen, dass die Kurse auch noch weiter fallen können.
Diese Strategie funktioniert natürlich nur in einem breit gestreuten Index (ETF) und nicht bei Einzelaktien!!!
Was tun bei einem Bärenmarkt

Bärenmärkte sind völlig normal
Folgende Börsenfakten helfen Ihnen hoffentlich, die Angst vor fallenden Börsen zu verlieren.
Eine Börsenkorrektur ist definiert als mindestens 10% Kursrückgang.
Seit 1900 gab es durchschnittlich jedes Jahr eine Börsenkorrektur.
Historisch hat eine Korrektur im Durchschnitt ca. 54 Tage, also weniger als 2 Monate gedauert.
Ein Bärenmarkt ist definiert als mindestens 20% Kursrückgang.
Seit 1900 gab es ca. 35 Bärenmärkte.
Das entspricht einem Crash ca. alle 3-5 Jahre.
Durchschnittlich ist der Markt bei einem Crash um ca. 32% gefallen über eine Dauer von ca. 330 Tagen (S&P 500). Bei einem drittel der Crashs ist der Markt über 40% gefallen.
Die Dauer eines Bärenmarktes hat dabei variiert zwischen ca. 45 Tagen und 694 Tagen also knapp 2 Jahren (ca. 330 Tage Durchschnitt).
Abwärtsbewegungen passieren in der Regel sehr schnell und unvorhersehbar.
Hier eine historische Übersicht am Beispiel des S&P500. Bärenmärkte sind in gelb gekennzeichnet.

Hier eine tabellarische Übersicht
| Jahre | Dauer in Tagen | % Rückgang im S&P500 |
|---|---|---|
| 1946-1947 | 353 | -23,2% |
| 1956 – 1957 | 564 | -19,4% |
| 1961-1962 | 195 | -27,1% |
| 1966 | 240 | -25,2% |
| 1968-1970 | 543 | -35,9% |
| 1973-1974 | 694 | -45,1% |
| 1976-1978 | 525 | -26,9% |
| 1981-1982 | 472 | -24,1% |
| 1987 | 101 | -33,5% |
| 1990 | 87 | -21,2% |
| 1998 | 45 | -19,3% |
| 2000-2001 | 546 | -36,8% |
| 2002 | 200 | -32,0% |
| 2007-2009 | 515 | -57,6% |
| 2020 | 22 | -36% |
| 2022 | 195 | -26,8% |
| 2025 | 33 | -22% |

Nach jedem Winter kommt auch wieder der Frühling
Nach jedem Bärenmarkt gab es in der Vergangenheit meist sehr schnelle, starke Aufwärtsbewegungen.
Das ist der Grund warum es Investoren Legende Warren Buffet liebt in Phasen einzukaufen, wenn alle anderen Anleger voller Angst sind.
Dies ist auch der Grund, weshalb ein Verkaufen und Aussteigen während der Abwärtsbewegung so gefährlich ist und keinen Sinn macht.
Wechsel von Bären- zum Bullenmarkt
| Bärenmarkt Tief | Nächsten 12 Monate (S&P 500) |
|---|---|
| 13. Juni 1949 | 42,07% |
| 22. Oktober 1957 | 31,02% |
| 26 Juni 1962 | 32,66% |
| 26. Mai 1970 | 43,73% |
| 3. Oktober 1974 | 37,96% |
| 12. August 1982 | 59,40% |
| 4. Dezembr 1987 | 22,40% |
| 12. September 2001 | 33,73% |
| 23. Juli 2002 | 17,94% |
| 9. März 2009 | 69,49% |
| 23. März 2020 | 78% |
| 13. Oktober 2022 | 24,50% |
| 07. April 2025 | |
Stimmungslage kann sehr schnell drehen
Aktuell mag alles sehr pessimistisch aussehen und die Nachrichtenlage entsprechend negativ sein.
Bei der Geschwindigkeit mit denen Informationen heute in Sekundenbruchteilen um die ganze Welt gehen, sind allen Investoren diese negativen Nachrichten bekannt und somit in den Marktkursen bereits eingepreist.
Auch gab es historisch genügend Situationen, zum Beispiel Weltkriege, die weitaus pessimistischere Annahmen über die Zukunft ermöglicht haben.
Dennoch ist in der Vergangenheit nach einem Marktcrash stets das Stimmungsbild sehr schnell wieder in ein positiveres gekippt. Woran liegt das?
Die Börse schaut nicht auf das was heute passiert, sondern auf ein mögliches Morgen. Sie versucht immer die Zukunft zu antizipieren.
Je negativer das Bild heute ist, desto wahrscheinlicher wird es, dass es in Zukunft doch nicht so schlimm kommt. Und dies führt dann zu steigenden Aktienkursen.
Finanzcoach an Ihrer Seite
Sie können sich darauf verlassen, dass ich Sie als Finanzcoach an Ihrer Seite durch die turbulente Zeit begleiten werde.
Bitte fühlen Sie sich frei mich jederzeit zu kontaktieren, wann immer Sie Gefühle von Angst und Flucht überkommen.
Ich werde Sie dabei unterstützen die richtigen Entscheidungen zu treffen und gemeinsam werden wir den Winter gut überstehen.
Danach freuen wir uns dann, wenn der nächste Frühling und Sommer beginnt.

Meinen Artikel: Erfolgreich mit Aktien zeigt ebenfalls, warum es Sinn macht in Bärenmärkten die Ruhe zu bewahren.
FAQ: Was tun in einem Bärenmarkt?
Was bedeutet ein Bärenmarkt?
Ein Bärenmarkt liegt vor, wenn die Kurse an den Aktienmärkten über 20 % vom letzten Hoch fallen. Er steht für eine Phase anhaltender Unsicherheit, oft ausgelöst durch wirtschaftliche Krisen, geopolitische Spannungen oder steigende Zinsen.
Soll man in einem Bärenmarkt Aktien verkaufen?
Panikverkäufe sind selten sinnvoll. Wer langfristig investiert, sollte sich bewusst machen, dass Bärenmärkte historisch immer von neuen Aufschwüngen abgelöst wurden. Ein Verkauf fixiert Verluste und führt oft dazu, dass Anleger die anschließende Erholung verpassen.
Ist es sinnvoll, in einem Bärenmarkt nachzukaufen?
Ja – wer über einen langen Anlagehorizont verfügt und liquide Mittel hat, kann Bärenmärkte gezielt nutzen, um günstig nachzukaufen. Strategien wie Cost-Averaging (regelmäßige Käufe über Sparpläne) helfen, Markttiming-Risiken zu vermeiden.
Wie lange dauern Bärenmärkte normalerweise?
Historisch hielten Bärenmärkte im Durchschnitt etwa 11-12 Monate an. Die Erholungsphasen dauern meist länger, bringen aber deutlich höhere Renditen. Für Langfristinvestoren gilt daher: Geduld ist entscheidend.
Wie kann man sich in einem Bärenmarkt schützen?
- Breite Diversifikation über Regionen, Branchen und Anlageklassen
- Notgroschen auf sicheren Konten (Tagesgeld, Festgeld)
- klare Strategie mit festgelegtem Anlagehorizont
- Unabhängige Beratung durch Honorar-Finanzcoaches statt reaktives Handeln aufgrund kurzfristiger Marktstimmungen
Was sollten Stiftungen und vermögende Anleger beachten?
Stiftungen und größere Vermögen müssen in Bärenmärkten vor allem die Liquidität im Blick behalten. Ein durchdachter Anlagemix aus Aktien, Anleihen und Liquiditätsreserven ist hier entscheidend, um Verpflichtungen jederzeit erfüllen zu können, ohne in der Krise zu verkaufen.
