Kapitalmärkte aktuell – April 2019

Aktien – Entwicklungen in 2019 (Januar bis März)

S&P 500 (USA)                        ca.   13,34%

MSCI Emerging Markets         ca.     8,65%

EuroStoxx50                           ca.   10,26%

DAX                                        ca.     9,15%

Nach dem niedrigen Stand der Märkte zum Jahresbeginn, gab es eine sehr schnelle Erholungsbewegung.

Diese hat sich über das gesamte Quartal weiter fortgeführt, jedoch hat die Dynamik zuletzt deutlich abgenommen (Seitwärtsbewegung).

Dies bestätigt die These, dass die Stimmung zum Jahresende 2018 zu negativ getrübt war.

Nun hat sich die Lage wieder normalisiert.

Wer in dieser turbulenten Zeit investiert geblieben ist, konnte von den weltweit steigenden Börsenkursen profitieren.

Schwächelnde globale Wirtschaftsindikatoren

Kapitalmaerkte-aktuell-April-2019

Weltweit haben sich die Werte der Einkaufsmanagerindizes abgeschwächt.

Dies spricht für eine Verlangsamung des globalen Wachstums.

Dies wird zukünftig ein belastender Faktor für die Aktienmärkte sein.

Aktuell ist jedoch nicht davon auszugehen, dass die weltweite Konjunktur in eine Rezession abrutscht, bewegen sich noch alle Indizes oberhalb der wichtigen Marke von 50.

Politik und Notenbanken steuern gegen

China hat bereits mit einem großen Konjunkturprogrammen gegengesteuert.

In den USA steht in 2020 ein Wahljahr bevor.

Donald Trump braucht eine starke Konjunktur.

Es ist möglich, dass unerwartet hohe Beträge für die Infrastruktur (und die Mexiko-Mauer) ausgegeben werden.

FED Notenbankchef Powell reagierte ebenfalls und stellte in der vergangenen Woche klar, dass es in diesem Jahr voraussichtlich keine Zinserhöhung mehr geben wird.

Dies führte zu einem scharfen Rückgang der 10-jährigen Staatsanleihe-Zinsen auf bis 2,36%. Dadurch wurde die Zinskurve teilweise invers (kurzfristige Zinsen, z.B. für 3 Monate, sind jetzt höher als für 10 Jahre).

In den vergangenen 60 Jahren deutete dies ohne Ausnahme auf eine Rezession hin.

Allerdings mit Zeitverzögerung von bis zu 24 (Durchschnitt 12) Monaten.

Die inverse Zinskurve bzw. der Rückgang der Langfrist-Zinsen könnte aber auch Spiegelbild der historisch einmaligen Negativ-Zinsen in Europa und Japan sein (lenkt Kapital in die USA mit entsprechenden Kurssteigerungen bei Anleihen bzw. Zinsrückgängen) und noch kein Rezessions-Signal.

Auch die Rekord-Neuverschuldung (1,1 Bio. $) spricht gegen eine Rezession.

Rekordhohe Aktienrückkäufe in den USA (100- mal mehr als in Deutschland) sprechen gegen eine US-Aktienbaisse.

Europa hält sich weiterhin zurück mit konjunkturellen Ankurbelungsprogrammen (Schuldenbremse).

Die global stützende Haltung von Politik und Notenbanken ist ein positiver Faktor für die Aktienmärkte.

Geldpolitik

Wie schon Ende des Jahres anzunehmen war, reagieren die Notenbank auf die sich verschlechternden Wachstumsaussichten.

Die EZB hat (wegen der aktuell niedrigen Inflationserwartung) ihre Vorgehensweise bei der Zinserhöhung geändert.

Man spricht nun nicht mehr davon, den Leitzins „über den Sommer hinaus“ bei null zu halten, sondern bis zum Jahresende.

Die EZB teile sogar mit, man habe auch darüber diskutiert, das Versprechen bis März 2020 zu verlängern.

Die US-Notenbank FED stellt ihre Ende 2015 begonnene geldpolitische Straffung vorerst ein.

In diesem Jahr wird sie ihren Leitzins voraussichtlich nicht mehr anheben, im kommenden Jahr allenfalls einmal.

Zudem will die Notenbank den im Herbst 2017 begonnenen Abbau ihrer Billionen schweren Bilanz stoppen.

Anleihen / Zinsen

Durch die gefallenen Langfristzinsen sind die Kurse von US Anleihen, besonders Ende März, stark gestiegen.

Auch Europäische- sowie Schwellenländeranleihen sind im vergangenen Quartal im Kurs gestiegen und konnten sich stabilisieren.

Inflation

In der Eurozone lag die Inflation zuletzt (Februar) bei 1,50% (nach 1,40% im Januar).

Die EZB rechnet für die Jahre 2019 bis 2021 nunmehr mit folgenden Teuerungsraten:

2019: 1,2 Prozent (zuvor: 1,6)

2020: 1,5 Prozent (zuvor: 1,7)

2021: 1,6 Prozent (zuvor: 1,8)

Damit wird sich die Inflationsrate aller Voraussicht nach noch Jahre unterhalb des EZB-Ziels von 2 Prozent bewegen.

In den USA sank die Inflation zuletzt (Februar) auf 2,10% (nach 2,20% im Januar).

Währungen

Der Wert EUR zu US Dollar liegt zum 01.04.2019 bei ca. 1,13 USD.

Der US-Dollar konnte im vergangenen Quartal gegenüber den meisten Weltwährungen etwas zulegen.

Euro                                        ca.  -1,32%

Japanischer Yen                     ca.  -3,58%

Britisches Pfund                     ca.  +3,82%

Schweizer Franken                 ca.   -0,77%

Lediglich das britische Pfund ist im Wert gegenüber dem US Dollar gestiegen. Ebenfalls ein Signal, dass der Pessimismus bzgl. des Brexit Ende 2018 zu groß war.

Rohstoffe

Der Ölpreis hat sich, nach dem starken Kursverfall in 2018, im ersten Quartal 2019 ebenfalls erholt.

Der Kurs von US Crude Oil steht bei ca. 67 USD nach 55 USD zum Jahresbeginn, das macht ein Plus von 17,91%.

Auch die Preise von Industriemetallen konnten sich im ersten Quartal erholen.

Gold / Silber

Der Goldpreis hat sich unter starken Preisschwankungen leicht positiv entwickelt, wogegen Silber im Kurs etwas nachgegeben hat.

Gold                ca. +0,70% in USD,      ca. +2,95% in EUR

Silber              ca.  -2,32% in USD,     ca.  -0,01% in EUR

Fazit und Vorgehensweise

Trotz vorhandener Risiken bleibt ein positives Basis-Szenario wahrscheinlich.

Es wird weiterhin von einem realen weltweiten Wirtschaftswachstum von 2-3% ausgegangen.

Ein Szenario mit abgeschwächtem Wachstum und weiterhin sehr niedrigen Zinsen ist ein positives Umfeld für Aktien.

Besonders Dividendentitel schneiden in diesen Zeiten sehr gut ab.

Politische Risiken wie der Handelsstreit sowie der Brexit sind nach wie vor vorhanden, jedoch aktuell ausreichend von den Märkten eingepreist.

Dennoch können überraschende Wendungen in den nächsten Wochen und Monaten zu Kursbewegungen führen.

Daher ist mit weiterhin hohen Schwankungen an den Aktienmärkten zu rechnen.

Die wichtigste Handlungsempfehlung bleibt weiterhin besonnen und ruhig zu bleiben und den schrittweisen und selektiven Ausbau von Aktienpositionen unter einem langfristigen Anlagehorizont vorzunehmen.

Die zukünftige Entwicklung der Wirtschaftszahlen sowie der politischen Landschaft, ist weiter eng zu beobachten.

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