Kapitalmärkte aktuell – Januar 2019

Jahresrückblick 2018 / Was tun in 2019?

Die angespannte welthandelspolitische Lage hat sich nun endgültig in große Verunsicherung an den Kapitalmärkten niedergeschlagen.

Was bis zum dritten Quartal noch im Definitionsrahmen einer regulären Korrektur abgelaufen ist, hat sich im dritten Quartal durch weitere, starke Kursrückgänge zu einem Bärenmarkt gedreht.

Auch die übliche Jahresendralley ist in 2018 ausgeblieben.

Das Börsenjahr 2018 war historisch besonders enttäuschend, da auch andere Anlageklassen wie Anleihen, Rohstoffe und alternative Anlagen Kursverluste hinnehmen mussten.

Viele Anleger sind verunsichert und fragen sich, was jetzt die richtige Strategie ist.

Das Thema qualifiziert zu adressieren, hätten den Umfang dieses Berichts gesprengt.

Um Ihnen bestmögliche Hilfestellung zu geben, habe ich daher einen separaten Artikel dazu verfasst:

Was tun in einem Bärenmarkt?

Aktien

Hier die Fakten:

Märkte Januar 2019

Entwicklungen in 2018 (Januar – Dezember):

S&P 500 (USA)                        ca.   -6,59%

MSCI Emerging Markets         ca. -18,00%

EuroStoxx50                           ca. -14,43%

DAX                                         ca. -18,21%

Dauer des Bärenmarktes seit dem letzten Hochpunkt,

Kursverlust Höchst- zu Tiefstkurs:

Index                                      Dauer in Tagen          Verlust

S&P 500 (USA)                        ca. 99                          ca. -20,20%

MSCI Emerging Markets         ca. 344                        ca. -26,55%

EuroStoxx50                           ca. 425                         ca. -19,47% (Seitwärts seit 2008)

DAX                                         ca. 347                         ca. -24,40%

(siehe dazu auch die historischen Vergleichswerte im Artikel „Was tun in einem Bärenmarkt“)

Thematisch bestimmen die Medien sowie die Märkte nach wie vor der geostrategische Handelskonflikt zwischen den USA, China und Europa sowie der Brexit.

Eskaliert die Situation in 2019, wird dies die Märkte weiter belasten.

Gibt es einen, wie auch immer gearteten „Deal“ zwischen den Parteien, könnte das zur Entspannung und wieder steigenden Kursen an den Börsen führen.

Insgesamt ist die Stimmungslage durch multiple Risiken (Handelskonflikt, Brexit, etc.) sehr negativ.

Dieser Pessimismus spiegelt sich nun verstärkt in den niedrigen Börsenkursen wieder.

Auch sämtliche Stimmungsindikatoren befinden sich seit dem letzten Quartal 2018 auf historischen Tiefstständen.

Dies ist häufig ein Indikator für Kurserholungen in der Zukunft.

Geldpolitik

Die amerikanische Notenbank FED hat auch im letzten Quartal, wie erwartet, die Leitzinsen auf nun 2,50% erhöht. Die nun neunte Erhöhung wurde gegen den Druck von Donald Trump durchgesetzt.

Begründet wurde die Erhöhung mit den nach wie vor starken Wirtschaftskennzahlen der USA.

Gleichzeitig betont Jerome Powell, dass folgende Faktoren sehr genau beobachtet würden:

  • leichte Abschwächung der Kennzahlen zum globalen Wachstum
  • politische Marktrisiken wie ein Brexit
  • die Inflationsrate

Experten interpretieren, dass die Notenbank in 2019 vorsichtiger agieren wird bzgl. weiterer Zinserhöhungen als bisher angenommen.

Dies ist auch bedingt durch die aktuellen Marktturbulenzen.

Das könnte unterstützend für steigende Börsenkursen sein.

Die EZB hält den Leitzins unverändert bei 0 Prozent.

In Anhängigkeit der Inflationsraten im ersten und zweiten Quartal 2019, könnten im September 2019 erste leichte Zinserhöhungen in Europa stattfinden.

So äußerten sich Mitglieder des EZB Rates vorsichtig.

Anleihen / Zinsen

Bei US Anleihen sich die Kurse im letzten Quartal etwas gestiegen, jedoch steht auf Jahressicht immer noch ein Minus bei der Kursentwicklung.

Hier die Werte weiterer Anleihensegmente:

                                                                    Kursentwicklung 2018          aktueller Zins

10-jähriger US Staatsanleihen                                   ca.  -1,61%                  ca. 2,69%

Bund Futur (10-jährige Bundesanleihe)                    ca. +1,86%                  ca. 0,24%

Schwellenländerstaatsanleihen in EUR                     ca.  -8,29%                  ca. 5,77%

Staatsanleihen sind nach wie vor nicht empfehlenswert. Das Chance / Risiko Verhältnis ist zu ungünstig. Auch wenn US Staatsanleihen wieder einen höheren Zins bieten, steht das US Währungsrisiko dagegen.

Schwellenländerstaatsanleihen scheinen nach dem weiteren Kursverfall in 2018 günstig.

Inflation

Im letzten Quartal ist die Inflation im Euroraum von 2,2% im Oktober gesunken auf 1,9% im November.

In den USA lag die Inflationsrate bei der letzten Bekanntgabe im Oktober bei 2,3%.

Die Zahlen liegen im gewünschten Korridor der Notenbanken.

Währungen

Der Wert EUR zu US Dollar liegt zum Jahresende bei ca. 1,15 USD.

Nach ca. 1,21 USD zum Jahresbeginn macht dies ein Minus von ca. 5% auf Jahressicht.

Weitere Währungen gegenüber dem US-Dollar

Euro                                        ca.  -5,00%

Japanischer Yen                     ca. +3,02%

Britisches Pfund                     ca.  -6,62%

Schweizer Franken                 ca.  -0,49%

Rohstoffe

Der Ölpreis sowie Industriemetalle sind im letzten Quartal zusammen mit den Aktienmärkten stark gefallen.

So ist Rohöl der Sorte „Brent Crude Oil“ von 85 USD Anfang Oktober auf 52 USD Ende 2018 gefallen. Das ist ein Minus von ca. 39%.

Auf Jahressicht 2018 ist der Ölpreis um ca. 22% gefallen.

Im Jahresverlauf hat sich ein breit gestreuter Rohstoffkorb seitwärts bewegt. In der ersten Jahreshälfte stiegen die Preise und in der zweiten Jahreshälfte sind diese wieder gefallen.

Gold / Silber

Obwohl die Preise von Gold und Silber im letzten Quartal etwas angezogen sind, steht auf Jahressicht ebenfalls ein Minus (in USD) bei den Edelmetallen.

Gold                ca. -2,64% in USD,      ca. +3,78% in EUR

Silber              ca. -9,68% in USD,      ca.  -4,32% in EUR

Was tun in 2019?

Die wichtigste Handlungsempfehlung für 2019 lautet besonnen und ruhig bleiben.

Nach den Kursrückgängen zum Jahresende sehen wir aktuell attraktive Kaufkurse.

Ob es im Verlauf 2019 noch billiger wird, ist leider nicht vorhersehbar.

Aber sicher wird es historisch nicht mehr so viele Möglichkeiten geben z.B. einen Dax zu 10.500 Punkten zu kaufen.

Die beste Strategie der Profis ist in Abwärtsbewegungen immer wieder nachzukaufen.

(siehe auch Artikel: Was tun in einem Bärenmarkt?)

Aktuell günstige Kaufkurse

Die Attraktivität der aktuellen Kurse zeigt sich, wenn man sich die aktuelle Dividendenrenditen der Aktienmärkte anschaut.

Nur durch das Halten der Indizes für die nächsten 12 Monate erhält man, Stand heute, folgende Dividendenausschüttungen:

DAX                                                                ca. 3,28%

EuroStoxx50                                                   ca. 3,69%

Dividendenwerte Europa                              ca. 4,43%

MSCI Emerging Markets                                ca. 2,86%

Dividendenwerte Emerging Markets            ca. 5,75%

Dies sind historisch überdurchschnittliche Werte.

Lediglich die US Indizes sind nach wie vor hoch bewertet und mit unter 2% Jahresdividende historisch wenig attraktiv.

Auch wenn die Kurse kurzfristig noch weiter fallen sollten, wird man auf Sicht von 5 bis 10 Jahren sicher eine sehr gute Rendite bei diesen Dividenden sowie möglichen Kurserholungen erzielen.

Langfristig loht es sich also jetzt mutig zu sein.

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