Kapitalmärkte aktuell – Oktober 2019

Geschehnisse im III Quartal 2019

Hier die wichtigsten Geschehnisse des letzten Quartals in der Übersicht:

  • Konjunkturindikatoren weiter abgeschwächt
  • Notenbanken senken Zinsen und beschließen Lockerungsmaßnahmen
  • Handelskonflikt USA / China zieht sich weiter hin
  • Iran auf Eskalationskurs
  • Großbritannien vor unkontrolliertem Austritt aus der EU

Konjunktur

Die globalen Konjunkturindikatoren zeigen weiterhin abschwächende Tendenzen.

Die Einkaufsmanagerindizes des verarbeitenden Gewerbes sind besonders in Europa unter den Wert von 50 (bedeutet Wachstum) gefallen.

In den USA und China gibt es leichte Stabilisierungstendenzen.

Der deutsche IFO Index konnte sich im September von 94,3 auf 94,6 leicht stabilisieren, verharrt jedoch auf recht niedrigem Niveau.

Die Geschäfte im deutschen Einzelhandel laufen gut.

Der Umsatz bleibt im August im Rahmen der Erwartungen.

Die konjunkturstützende Wirkung der Binnennachfrage der Verbraucher bleibt damit vorerst erhalten.

Geldpolitik

Die amerikanische Zentralbank FED hat die Zinsen im September nun zum zweiten Mal seit Juli gesenkt auf nun 1,75 bis 2%.

Präsident Powell betont, dass die weitere wirtschaftliche Situation eng beobachtet würde.

Im Falle weiterer wirtschaftlicher Verlangsamungen in der Zukunft wäre auch eine drastischere Zinssenkung auf 0% oder sogar in den negativen Bereich möglich.

Die EZB reagiert ebenfalls auf die schlechten Konjunkturzahlen.

Eine „sehr expansive Geldpolitik“ sei wegen umfangreicher Risiken für die Konjunktur weiterhin notwendig, begründete Draghi die Entscheidungen nach der Sitzung des EZB-Rates in Frankfurt.

Der Leitzins bleibt unverändert auf dem Rekordtief von null Prozent, eine erste Zinserhöhung verschob der EZB-Rat auf unbestimmte Zeit.

Zusätzlich startet die EZB ab November wieder ihr Wertpapierankaufprogramm mit einem Volumen von 20 Milliarden Euro.
Der Strafzins für Geschäftsbanken wurde von 0,40% auf 0,50% erhöht.

Handelskonflikt USA / China

Der Tanz zwischen den USA und China geht weiter.

Wie bereits im letzten Bericht angedeutet, kommt es Präsident Trump zugute eine Einigung bis ins Wahljahr 2020 hinauszuzögern.

Die anstehenden Feiern zum 70-jährigen Bestehen der Volksrepublik China jetzt Anfang Oktober zögern den Prozess ebenfalls heraus.

Konjunkturell atmet Peking etwas auf.

Der offizielle Einkaufsmanager-Index (PMI) zeigt wieder aufwärts.

Mit einem aktuellen Stand von 49,8 Punkten nähert sich das Stimmungsbarometer der chinesischen Einkaufsmanager wieder deutlich der Expansionsschwelle von 50 Punkten an, unter der er sich nun seit fünf Monaten befindet.

Iran auf Eskalationskurs

Der Iran provoziert weiterhin drastisch durch Angriffe auf Saudische Ölanlagen sowie verbale Äußerungen.

Die iranische Führung scheint keinen anderen Ausweg zu sehen, als so von den drastischen, inneren, strukturellen Problemen im Land durch die Handelssanktionen abzulenken.

Die USA haben ihre Militärkapazitäten vor Ort weiter aufgestockt, betont jedoch, dass es sich um „defensive“ Kräfte handelt wie Raketenabwehr, etc.

Brexit

In Großbritannien sieht alles nach einem unkontrollierten Ausstieg aus der EU Ende Oktober aus.

In Großbritannien scheint ein unkontrollierter Ausstieg aus der EU Ende Oktober immer noch wahrscheinlich.

Premier Johnson will Großbritannien am 31. Oktober aus der Europäischen Union führen – notfalls auch ohne Abkommen, obwohl ein neues Gesetz ihm das untersagt.

Wie er dieses Gesetz umgehen will, ist unklar. Das britische Parlament ist im Brexit-Kurs total zerstritten

Der Markt scheint dies bereits eingepreist zu haben. Zumindest ist in den weltweiten Wachstumsprognosen ein ungeregelter Ausstieg berücksichtigt.
Die meisten Experten und Marktbeobachter gehen von diesem Szenario (No-Deal) aus.

Kurzfristig sind mit erheblichen Turbulenten an den Börsen zu rechnen, vor allem eine weitere Abwertung des Pfunds scheint möglich.

Die britische Regierung will 16,6 Milliarden Pfund (über 18 Milliarden Euro) bereitstellen, um bei einem ungeregelten EU-Austritt das Ausbleiben von EU-Geldern auszugleichen.

Aktien

Nach einem leichten Rücksetzer im August konnten sich die Aktienmärkte im September wieder auf das Ausgangsniveau von Anfang Juli stabilisieren.

Entwicklung von Juli bis September

S&P 500 (USA)                            ca.      0,18%

MSCI Emerging Markets           ca.    – 5,88%

EuroStoxx50                             ca.      2,69%

DAX                                          ca.    – 1,49%

 

Besonders Valueaktien sowie Dividendentitel scheinen aufgrund der langfristigen Niedrigzinspolitik der Notenbanken Aufholpotenzial zu haben.

 

Anleihen / Zinsen

Im vergangenen Quartal konnten die Kurse von Anleihen weiter leicht steigen.

Grund sind die Zinssenkungen sowie expansiven Maßnahmen der Notenbanken.

Inflation

In den USA ist die Inflation im August leicht gefallen von 1,80% im Juli auf 1,70% im August.

In der Eurozone liegt die Inflation zuletzt (August) bei 1% und damit weit unter dem Ziel der EZB

von 2%.

Währungen

Die insgesamt stärkeren Wirtschaftszahlen haben den US-Dollar im vergangenen Quartal gestützt.

Der Euro verlor im vergangenen Quartal ca. 4,07% gegenüber dem US Dollar.

Rohstoffe

Mitte September gab es einen kurzen Ausschlag wegen der Eskalationen im Nahen Osten.

Danach erfolgt jedoch eine rasche Stabilisierung.

Insgesamt liegt der Ölpreis in USD etwas unter dem Niveau von Anfang Juli (-4,91%).

Gold / Silber

Gold und Silber konnten im vergangenen Quartal weiter zulegen.

Aufgrund der Schwächung des Euros konnten Euro Anleger besonders von einem Kursanstieg profitieren.

Gold                 ca. +6,28% in USD,      ca. +11,67% in EUR

Silber               ca. +12,34% in USD,    ca. +18,84% in EUR

Fazit

Auf der einen Seite stehen bedenkliche wirtschaftliche Indikatoren und Zahlen.

Andererseits steuern die Notenbanken monetär entgegen, was unterstützend für Aktienmärkte wirkt.

Die Stimmungsindikatoren bei den Marktteilnehmern sowie die Kapitalflüsse sind durchweg negativ, was ein unterstützender Faktor für zukünftige Marktentwicklungen ist.

Folgende Übersicht aus dem Hause Starcapital fasst es sehr schön zusammen.

Damit erscheint es weiter die beste Strategie zu sein, ausgewogene Depots besonnen zu halten und die Marktentwicklungen eng zu beobachten.

Es grüßt Sie herzlich

Bijan Kholghi

DANKE FÜRS TEILEN